Delphi – Das Heilige unter den Füßen spüren

Sie führte der Sohn Kronions, Apollon,
und er hielt in den Händen die Leier und spielte so lieblich,
hoch und herrlich schritt er dahin; ihm folgte der Kreter
schallender Schritt gen Pytho, sie sangen ihm ehrende Hymnen,
wie man sie singt im Lande der Kreter, denen die hehre
Muse süßen Gesang ja selber gesenkt in die Seele.
Unermüdlich erklomm ihr Fuß die Höhen, sie kamen
eilends zum Parnass und zur lieblichen Stätte, wo künftig
Phoibos zu wohnen bestimmt, den viele Menschen verehren,
und es zeigte ihr Führer den heilig gesegneten Tempel.
Da in ihrer Brust begannen die Herzen zu schwellen…

(Homerischer Hymnus an den Pythischen Apollon)

Wir erreichten Delphi am Abend, hatten eine längere Fahrt von der Peloponnes hinter uns und während wir den Berg hinauffuhren, eine Kehre nach der anderen nahmen, vor uns kein Ende der Serpentinen in Sicht, dachte ich an diesen Ausschnitt des Homerischen Hymnus: Unermüdlich erklomm ihr Fuß die Höhen. 
Welche Mühe man auf sich genommen hat, um diese heilige Stätte zu erreichen – und um sie zu errichten. 

Delphi - Apollotempel

Ich habe in Griechenland keine einzige Ausgrabungsstätte besucht, die nicht unfassbar schön gelegen und die mich nicht irgendwie berührt hätte. Auf Delphi hat uns allerdings nichts davon vorbereitet. 

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Roadtrip über die Peloponnes: Route, Highlights, Hoteltipps

Ende September starteten drei Freundinnen und ich zu einem Roadtrip über die Peloponnes.
Manch Leser mag sich erinnern, dass zu Anfang 2016 noch ein Roadtrip an der Westküste der Türkei im Gespräch war. Nachdem die politische Lage uns zu unsicher war und wir nicht einschätzen konnten, wie sie wohl zum Zeitpunkt unserer Reise sein würde, entschlossen wir uns, umzuplanen. Und wenn ursprünglich in der Türkei die Besichtigung griechischer Ausgrabungsstätten geplant war, was lag dann näher, als nach Griechenland zu reisen und dort die Ausgrabungen zu besichtigen?
Also ging es auf die Peloponnes, wo uns gleich mehrere große Namen erwarteten, die wir aus Lateinunterricht und Geschichtestudium nur zu gut kannten.

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