Praktische Tipps für Florenz

Aktualisierung 2017: Wie ist das eigentlich in Florenz mit den Hausnummern? Wie kann man bei vielen Museumsbesuchen Geld sparen? Und wusstet ihr, dass die Liebesschlösser wahrscheinlich aus Florenz stammen, aber gar nicht gerne gesehen werden?
Ein paar praktische Tipps für Florenz.

  • Die Sache mit den Hausnummern

    In Florenz gibt es zwei verschiedene Arten von Hausnummern. Wer das nicht weiß, kann sehr lange verzweifelt nach der richtigen Adresse suchen: Schwarze und blaue nummerieren die Gebäude, geben also auch die Adressen von privaten Wohnhäusern an. Rote Nummern dagegen sind für öffentlich zugängliche Orte bestimmt, z.B. Geschäfte, Restaurants etc. Eine hohe rote Nummer kann sich also neben einer niedrigen schwarzen befinden – und anders herum.

  • Amici degli Uffizi. Geld sparen für Museums-Fans

    Wer ein wirklicher Museumsfreak ist oder wer, wie ich, sich etwas länger in Florenz aufhält, kann viel Geld sparen, wenn er auf die Karte der „Amici degli Uffizi“ zurückgreift. Eine Person kann für 60€, eine Familie für 100€, wer zwischen 18 und 25 Jahren alt ist gar nur für 40€ ein Jahr lang eine ganze Reihe von großartigen Museen besuchen, so oft man will. Zu diesen Museen zählen nicht nur die Uffizien, sondern auch der Palazzo Pitti, der Giardino di Boboli, die Galleria dell‘ Accademia (wo sich Michelangelos David befindet) und noch viele andere, auch kleinere Museen. Mir bot diese Karte die Möglichkeit, mehrfach ganz unkompliziert einfach in die Uffizien zu spazieren, dort zwei Stunden zu verbringen und wieder zu gehen, wenn ich genug hatte. Außerdem fiel das lästige Schlangestehen weg. Mehr Informationen findet ihr hier. Für diejenigen, die länger als drei Tage in der Stadt bleiben, kann sich also die Anschaffung der Karte Amici degli Uffizi eher lohnen, als die der Firenze Card. Unbedingt vergleichen!

    Achtung! Offensichtlich haben sich die Bedingungen der Amici degli Uffizi-Karte inzwischen geändert und sie beinhaltet nicht mehr den Gratisbesuch so vieler Museen wie zuvor. Beinhaltet sind nach wie vor die Uffizien, die Boboligärten, die verschiedenen Ausstellungen des Palazzo Pitti und der Giardino Bardini.
    Ob sich die Karte für euch trotzdem lohnt, müsst ihr selbst nachlesen!

  • Früh aufstehen lohnt sich

    v.a. für die Kirchen und Museen. Man will ja seine kostbare Zeit im schönen Florenz nicht mit Anstehen vergeuden. Lieber früh diese Programmpunkte absolvieren und den Rest des Tages nutzen, um sich treiben zu lassen.

  • Gutes Schuhwerk ist unverzichtbar.

    Glaubt mir, ihr werdet euch hassen, wenn ihr unbequeme Schuhe tragt. Nicht nur, dass ihr viel gehen müsst – auch das Pflaster der Florentiner Innenstadt ist tückisch und ihr ruiniert euch schöne Schuhe ziemlich schnell.

  • Liebesschlösser: schrecklich romantisch – aber illegal

    Der Ponte Vecchio war der erste Ort, an dem ich die Liebesschlösser gesehen habe – noch bevor sie sich über ganz Europa verbreiteten. Angeblich stammt der Brauch sogar aus Italien und geht auf eine Tradition aus Florenz zurück. Schon damals waren sie in Florenz nicht gerne gesehen und wer sich erwischen ließ, musste mit Geldstrafen rechnen. Unweit des Gitters in der Mitte des Ponte Vecchio, an dem bereits unzähle Schlösser hingen, standen auch immer (! ausnahmslos, gleich daneben) ein paar Polizisten. Man sollte also – ganz unromantisch – entweder davon absehen, ein Liebesschloss anzubringen, oder – noch ein bisschen unromantischer – einer muss Schmiere stehen.

  • Taschendiebe

    Natürlich standen die Polizisten nicht nur wegen der Liebesschlösser auf dem Ponte Vecchio. Wie ich bereits geschrieben habe, ist er ein bevorzugter Arbeitsort für Taschendiebe. Wie in anderen europäischen Großstädten auch, sollte man also auf der Hut sein und seine Wertsachen v.a. im Gedränge im Auge behalten.

  • Angemessene Kleidung

    Nach wie vor ist es notwendig, auf angemessene Kleidung zu achten, wenn man in Italien eine Kirche besuchen möchte: Die Schultern sollten bedeckt sein, tiefe Ausschnitte werden nicht gerne gesehen, genausowenig wie Shorts oder Röcke, die nicht mindestens bis ans Knie reichen.
    Viele Touristen achten nicht weiter darauf, da es oft nicht dezidiert verboten ist – aus Gründen des Respekts und des Anstandes dem Gastgeberland gegenüber, sollte man darauf Acht geben.

  • Il Caffè

    Ein Ratschlag, der für ganz Italien gilt: Unter „Caffè“ versteht der Italiener Caffè Espresso. Der echte italienische Espresso ist sehr kurz und sehr stark. Manchen mag das zu stark sein – ich finde, er ist genau richtig so. Sobald er wie dickflüssiges Koffein schmeckt, fühle ich mich im Siebten Himmel. Wer ihn nicht so stark mag, kann ihn sich verwässern lassen als „Caffè lungo“ bzw. als „Caffè americano“.
    Den Caffè Espresso trinkt man für gewöhnlich „al banco“ – also stehend an der Bar.
    Das hat mehrere Gründe: Zum einen gibt es die Geschichte der explodierenden Espressomaschinen. Zum anderen soll Espresso nach Möglichkeit schnell getrunken werden, denn bereits nach 10 Sekunden „stirbt“ der Espresso. Ein dritter Grund ist, dass es einfach günstiger ist, den Caffè Espresso al banco zu trinken: In Italien ist der Maximalpreis für Caffè al banco gesetzlich geregelt und beträgt höchstens 1€. Im Sitzen seinen Caffè zu genießen kann da um einiges teurer sein. Außerdem ist bis dahin der Espresso sowieso abgestanden und lange sitzen kann man bei einem Caffè Espresso auch nicht. Dann lieber gleich einen Cappuccino und ein Brioche bestellen und sich raussetzen, um das Treiben zu beobachten.
    Für den Energieschub zwischendurch ist ein Caffè al banco allerdings genau das Richtige!

    Lesetipp:

    Noch mehr Tipps zum richtigen Trinken und Bestellen des Caffè (und all seiner Spielarten) in Italien bekommt ihr bei Jo auf ihrem Blog „Indianajo“.

  • Eis bestellen – aber richtig!

    Anders als in Deutschland bestellt man in Italien nicht Kugeln, die eine bestimmte Summe kosten, sondern nach Waffel- bzw. Bechergröße.
    Normalerweise stehen auf der Theke Becher verschiedener Größe mit den zugehörigen Preisen. Man bestellt dann also nicht „Einmal Schokolade und Erdbeer“, sondern „Für 3€ bitte Schokolade und Erdbeer“ – oder „für 3€ Schokolade, Erdbeer und Vanille“. So viele Sorten wie halt in den Becher passen.
    Deutsche, die – wie zuhause – einfach „einmal Schokolade und Erdbeer“ bestellen, werden natürlich mit der größten (und teuersten!) Portion beglückt und sind dann oft verwundert, dass in Italien „zwei Kugeln“ doch tatsächlich 5€ kosten.
    In die kleinste Becher/Waffelgröße bekommt man für gewöhnlich nur zwei verschiedene Sorten. In die anderen kann man ziemlich viele verschiedene Eissorten hineinpacken lassen.

  • Authentisch ausgehen und wohnen in Florenz

    Florenz ist nun mal eine Touristenstadt. Verhungern muss man nicht, aber es ist auch nicht immer so leicht, wirklich gute authentische Lokale zu finden. Ein paar Anhaltspunkte findet ihr genauer ausgeführt in meinem Artikel „Essen, Trinken und Wohnen in Florenz – Restaurant- und Hoteltipps“
    Zur Übernachtung empfehle ich – neben dem Centro Storico*, dem historischen Zentrum von Florenz natürlich – v.a. die Region „Oltr’arno“, auf der anderen Seite des Arno. Viele Touristen gehen gar nicht erst über den Ponte Vecchio oder zumindest nicht weiter als bis zum Palazzo Pitti. Macht diesen Fehler nicht, denn auch die Viertel dort sind wirklich schön und eignen sich für eine Übernachtung, etwa Santo Spirito* (bzw. San Frediano) oder in San Nicolo*, zu Füßen des Piazzale Michelangelo. Auch hierzu gibt es nähere Infos im oben genannten Artikel.


Lesetipp:

Vor einer wohl neueren Masche der Touristenabzocke in Italien warnt Daniela von Sinne und Reisen: GPS-Briefmarken. Wenn Du nicht darauf hereinfallen möchtest, schau mal bei ihr vorbei.

Mehr praktische Tipps, Tabus und No-Gos, die für ganz Italien gültig sind, findet ihr bei „Verliebt in Italien


Mehr Tipps für euren Florenz-Trip?

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21 Gedanken zu “Praktische Tipps für Florenz

  1. Mein Florenzbesuch liegt schon einige Jahre zurück. Wir waren dort über Pfingsten und die Stadt war sehr voll. Ich weiß noch, dass wir für die Uffizien früh dort waren um in nicht zu lange in der Schlange stehen zu müssen.

    Ich liebe die italienische Kaffee-Kultur. Das ist mir allerdings erst im Piemont richtig bewusst geworden, mit dem Kaffeetrinken im Stehen. Um die Mittagszeit kommt man schnell in ein solches Caffe und dann wird dort bei einem Kaffee und so leckeren kleinen Häppchen etwas erzählt. Für uns wirklich faszinierend.

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    • Hey, so nun haben wir das Mysterium un deinen Kommentar zum Glück auch gelöst 😀
      Danke fürs Kommentieren und Bescheid geben! 🙂

      ja, so wirklich bewusst war mir das vor meinen Italienaufenthalten auch nicht mit dem Caffè. Das mit dem Tod des Espresso nach wenigen Sekunden habe ich erst von meiner Mitbewohnerin in Wien erfahren, da die Barista war.

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  2. au ja, echter italienischer espresso! die sache mit der bekleidung wird aber bei den meisten kirchen sogar angeschrieben – zumindest habe ich das so in erinnerung aus ravenna und co – oder ist das in florenz gar nicht so?

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    • doch, es ist sehr häufig so. Teilweise – in Siena habe ich das gesehen – haben sie sogar Tücher am Eingang, die man sich umlegen kann, wenn man ein Trägershirt trägt. Aber bei den weniger touristischen Kirchen steht das häufig nicht dran – gilt aber natürlich auch dort.

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  3. Die richtige Art und Weise, einen Espresso zu trinken, kannte ich auch noch nicht. Bei mir stirbt er eigentlich immer, weil er mir frisch aus der Maschine noch zu heiß ist. Ich will mir nicht den Gaumen wegbruzzeln.
    Die Sache mit den Hausnummern habe ich nicht so ganz verstanden. Wofür die Farben da sind, ist klar. Aber wonach wird da nummeriert? Geht das wild durch die Stadt, oder wie bei uns straßenweise?

    LG,
    Marco

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    • Ja, viele sagen, ihnen sei der Espresso frisch aus der Maschine noch zu heiß. Um seinen „Tod“ zu verhindern kannst Du ja einen Schuss Milch dazu geben 🙂

      Die Hausnummern sind schon straßenweise, aber die dunklen und die roten werden jeweils unabhängig von einander „durchnummeriert“. Das heißt, wenn man sich einfach an den Nummern orientiert, ohne auf die Farbe zu achten (wie ich das anfangs getan habe), kann man ganz schön verzweifeln (wie ich es auch anfangs getan habe), weil nach der roten Nummer 30 nicht unbedingt als nächstes Nummer 28 oder 32 kommen muss… und manchmal gibt es pro Haus auch zwei Nummern.

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  4. Florenz steht definitiv auf meiner Liste der Städte, die ich noch mal besuchen möchte und der Bericht macht ja richtig Lust auf mehr!
    Ich trinke ja gar keinen kaffee also fällt auch der Espresso raus.

    Grüße von der Beere

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  5. Pingback: 10 Dinge, die man in Florenz gesehen haben muss – Teil 1 | wandernd

    • Oh, vielen herzlichen Dank 🙂
      Ja, der Post stammt aus meinen Blog-Anfangszeiten, da hätte ich wohl noch nicht mal gewusst, wie ich einen super-seotauglichen-clickbait-Artikel schreibe 😀

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  6. Danke für die Verlinkung meines GPS Briefmarken Artikels. 🙂

    In Florenz war ich übrigens auch, auf meiner Toskana Rundreise. Witzigerweise habe ich dort nicht mal Briefmarken gekauft, sondern erst in Siena. 😉

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  7. Pingback: „due passi“ abseits der Touristenströme – 14 Tipps für Florenz | wandernd

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