Roadtrip über die Peloponnes: Route, Highlights, Hoteltipps

Ende September starteten drei Freundinnen und ich zu einem Roadtrip über die Peloponnes.
Manch Leser mag sich erinnern, dass zu Anfang 2016 noch ein Roadtrip an der Westküste der Türkei im Gespräch war. Nachdem die politische Lage uns zu unsicher war und wir nicht einschätzen konnten, wie sie wohl zum Zeitpunkt unserer Reise sein würde, entschlossen wir uns, umzuplanen. Und wenn ursprünglich in der Türkei die Besichtigung griechischer Ausgrabungsstätten geplant war, was lag dann näher, als nach Griechenland zu reisen und dort die Ausgrabungen zu besichtigen?
Also ging es auf die Peloponnes, wo uns gleich mehrere große Namen erwarteten, die wir aus Lateinunterricht und Geschichtestudium nur zu gut kannten.

Route:

Länge: ca. 1100 km
Dauer: 11 Tage
Start: Athen Flughafen
Ende: Athen (mit dem Auto wieder am Flughafen)

Wir starteten direkt vom Athener Flughafen, sparten uns die Besichtigung der Hauptstadt für das Ende der Reise und brachen sofort auf Richtung Peloponnes. Unser Ziel für diesen Tag war das Antike Korinth (Archea Korinthos), das wir am nächsten Tag besichtigen wollten. (ca. 120 km) Zuerst machten wir aber einen ersten Stopp am Kanal von Korinth.

Tag 2 führte uns dann – nach der Besichtigung in Korinth – ins nur ca. 54 km entfernte Napflio, wo wir zwei Nächte blieben.
So hatten wir einerseits Zeit, um die hübsche Innenstadt zu erbummeln und auch für die Ausflüge nach Mykene (23 km von Nafplio) und Epidauros (28 km von Nafplio) an Tag 3.

Auch ein Ausflug an den Strand von Toló (11 km von Nafplio) war drin, da wir an Tag 4 als einzigen Programmpunkt die Fahrt nach Sparta (ca. 110 km) hatten.

Sparta

„Wanderer, kommst Du nach Sparta“ – Reisebloggerpose kann ich auch

An Tag 5 ging es von Sparta aus über das 7 km entfernte Mystras durch spektakuläre Gebirgslandschaften bis in den Fischerort Pylos in der Bucht von Navarino (insgesamt ca. 108 km), wo wir spontan beschlossen, zwei Nächte zu bleiben.

Tag 6 war dementsprechend ein fauler Tag, den wir an der wunderschönen, versteckt gelegenen Bucht Voidokilia verbrachten (ca. 17 km von Pylos, auf der anderen Seite der Bucht von Navarino), bevor wir an Tag 7 weiter nach Olympia (110 km) fuhren, dort die Ausgrabungen besichtigten und einen Übernachtungsstopp im kleinen Dorf Vranas (ca 53 km von Olympia) einlegten.

Tag 8 verbrachten wir am Strand und im Küstenwäldchen bei Kalogria (50 km), wo wir uns auch von einer Mitreisenden verabschiedeten, die vom dort gelegenen Flughafen Araxos zurück nach Deutschland flog. Wir übrigen drei verließen die Peloponnes und fuhren noch am selben Tag weiter bis Delphi (172 km).

An Tag 9 stand nach der Besichtigung der Ausgrabungen in Delphi nur mehr die Rückfahrt nach Athen an, wo wir am Flughafen (190 km von Delphi) das Auto abgaben und dann mit der Metro in die Athener Innenstadt fuhren.

Tag 10 besichtigten wir also Athen und an Tag 11 hieß es auch schon wieder Abschied nehmen und Rückflug nach Deutschland.

Reisezeit:

Die Reisezeit Ende September / Anfang Oktober erwies sich als ideal. Zum einen war bereits Nebensaison – selbst in den berühmten Ausgrabungsstätten hielt sich der Ansturm in Grenzen. Da wir spontan beschlossen hatten, eine Nacht länger in Pylos zu bleiben, kamen wir in Olympia erst am späten Vormittag an. Wir hatten erwartete, in großes Gedränge zu geraten – statt dessen waren meist nur Kreuzfahrtgruppen unterwegs, die erstens eh nur die großen Tempel kurz anschauten und zweitens gegen Mittag wieder zum Essen verschwanden.
Auch Hotels konnten wir immer spontan finden. Vorgebucht hatten wir lediglich das Hotel in Archea Korinthos für die erste Nacht und das Hotel in Athen.
Erst in Athen, auf der Akropolis, drängten sich dann die Massen. Für eine Städtereise nach Athen, um die Sehenswürdigkeiten in Ruhe genießen zu können, muss man wohl in der absoluten Nebensaison – November oder Januar/Februar – kommen.

Toló

Baden am Strand von Toló, unweit von Nafplio

Für die Peloponnes ist der Spätsommer / Frühherbst eine großartige Zeit. Auch aufgrund des Wetters: Es hatte konstant zwischen 24 und 28°C, somit war es warm genug, um baden zu gehen, aber nicht unerträglich heiß, wenn man in den Ausgrabungen unterwegs war.

zeichen_101_-_gefahrstelle_stvo_1970-svgTrotzdem sollte man bei den Ausgrabungen auf ausreichend Flüssigkeit und eine Kopfbedeckung achten. Schatten ist meist so gut wie nicht vorhanden, viele der Ausgrabungsstätten sind sehr weitläufig und liegen an Hügeln, die erklommen werden müssen und es gibt abseits vom Eingangsbereich oft keine Möglichkeit, an Wasser (oder Snacks für Zwischendurch) heranzukommen. Wegen der Hügel ist auch gutes Schuhwerk von Nöten: Ballerinas und Flipflops lieber im Hotel lassen.

Sehr praktisch war zudem, dass am letzten Septemberwochenende aufgrund der „European Heritage Days“ die Eintritte in die Ausgrabungen und Ausstellungen gratis waren. Wir sparten in Korinth, Mykene und Epidauros also viel Geld.

Sehenswertes und Hoteltipps:

Die Peloponnes ist eine Schatzkammer. An jeder Ecke, alle paar Kilometer könnte man eine Ausgrabung besichtigen. Die Karte oben macht zudem deutlich, dass wir die gesamte Nordküste und auch den ganzen südöstlichen Teil der Peloponnes ausgelassen haben. Zeitlich ist das aber gar nicht möglich, alles zu besichtigen. Zumindest nicht, wenn man zum ersten Mal dort ist. Wir beschränkten uns deshalb diesmal v.a. auf die großen Namen.

Übrigens habe ich selten so gut und günstig gewohnt wie bei dieser Reise. Deshalb gibt es jeweils auch einen Hoteltipp und meine Einschätzung der jeweiligen Unterkunft.

Kanal von Korinth

Kanal von Korinth

Schiffchenschauen am Kanal von Korinth

Zugegeben: Den Kanal von Korinth hatte ich mir größer vorgestellt. Trotzdem ist der von 1881 bis 1893 erbaute, über 6km lange Kanal am Isthmus (der Landenge) von Korinth einen Stopp wert. V.a. da man sowieso auf dem Weg zur Peloponnes daran vorbeikommt und dann bei einem ersten griechischen Kaffee im Café Isthmia sich zum ersten Mal die griechische Luft um die Nase wehen lassen und dabei vorbeituckernde Schiffe beobachten kann.

Antikes Korinth (Archea Korinthos) und Akrokorinth

korinth

Der Apollotempel von Korinth. Im Hintergrund Akrokorinth

Das Antike Korinth ist nicht identisch mit dem modernen Korinth. Die moderne Stadt haben wir tatsächlich gar nicht besucht, sondern uns gleich in Archea Korintha einquartiert. In diesem kleinen Dorf gibt es eigentlich gleich zwei Dinge zu besichtigen: Einmal die Ausgrabungen im Antiken Korinth in der Ebene: Überreste von kleineren Tempeln und Kultstätten, Marktständen auf der Agora, Brunnen und natürlich die Reste des Apollo-Tempels.

Öffnungszeiten und Preise:

1. Nov. – 11. April 08:00-15:00
11. April – 30. Sept. 08:00-20:00
1. – 15. Okt. 08:00-19:00
16. – 31. Okt.  08:00-18:00

8 € Vollpreis, 4 € reduziert
Freier Eintritt: 6. März, 18. April, 18. Mai, 5. Juni, 28. Okt., letztes Septemberwochenende, 1. Sonntag im Monat von November bis März

Und dann Akrokorinth, die frühere Akropolis der Stadt Korinth, die auf einem enorm steilen Berg liegt und wirklich eine riesige Anlage ist, von der aus man einen großartigen Ausblick genießt.


zeichen_101_-_gefahrstelle_stvo_1970-svgWir haben uns überraschend lange in Akrokorinth aufgehalten, da die Anlage weitläufiger war, als wir dachten. Ihr könnt hier locker den ganzen Tag verbringen – plant aber auf jeden Fall mehrere Stunden ein. Getränke und Kopfbedeckung sind ein Muss – Proviant schadet auch nicht! Die ganze Anlage ist sehr sonnig. Achtet zudem auf gutes Schuhwerk: Die Steine sind häufig ausgetreten und sehr glatt.


Akrokorinth war eine echte Überraschung und ein erstes Highlight. Wir waren so begeistert und blieben so lange, dass wir die eigentlich geplante Besichtigung von Archea Nemea ausfallen ließen.

Akrokorinth

Ausblick von Akrokorinth

Öffnungszeiten und Preise:

8:00 – 15:00 Uhr

2 € Vollpreis, 1 € reduziert
Freier Eintritt: auf jeden Fall am letzten Septemberwochenende


Hoteltipp für Alt-Korinth:

Jo Marinis Rooms.* Jo, eine Australierin, und ihre Cousine Anastasia betreiben mit viel Freude und Fröhlichkeit eine kleine, saubere Pension in Archea Korinthos. Auf den Zimmern gibt es auch Wasserkocher mit Tee und Instantkaffee.
Doppelzimmer mit Frühstück für 50 € pro Nacht.

Mykene

Ausblick in Mykene

Ausblick von Mykene

Mykene – einer dieser Orte, die mit Mythen aufgeladen sind. Agammenon, Klytemnaistra, Orest, Iphigenie, Elektra – sie haben der Sage nach hier gelebt, geliebt, gelitten und auch gemordet – oder wurden ermordet. Im 19. Jahrhundert grub hier dann Heinrich Schliemann, der Archäologe, der auch Troja entdeckt hat.
Bekannt ist in diesem Palastkomplex aus der Bronzezeit neben den mythologischen Bewohnern v.a. das Löwentor. Zu bestaunen gibt es außerdem das sogenannte „Schatzhaus des Atreus“, eigentlich ein unterirdischer Rundbau aus der Zeit um 1250 vor Christus und das eindrucksvollste der Königsgräber in Mykene, das etwas unterhalb der Palastanlage an der Straße liegt.
Mich faszinierte hier v.a. der Ausblick: Hoch auf einem teilweise sehr steil abfallenden Felsen liegt die Burg und der Blick reicht kilometerweit über das Land bis zum Meer bei Nafplion. Diese Burg konnte von außen wohl keiner unbemerkt angreifen – kein Wunder, dass die Gefahr den Legenden nach nicht von außen kam, sondern dass sich die Bewohner gegenseitig umbrachten.

Öffnungszeiten und Preise:

April : 08.00-19.00
Karfreitag : 12.00-17.00
Karsamstag: 08.00-15.00
Mai bis Okt. : 08.00-20.00
1. Nov. – 24. Nov: 08:00-17:00
25. Nov. bis 31. März: 8:00-15:00 Uhr

6 € Vollpreis
Freier Eintritt: 6. März, 18. April, 18. Mai, 5. Juni, 28. Okt., letztes Septemberwochenende, 1. Sonntag im Monat von November bis März

Nafplion

Nafplio

Straßenzug in Nafplio

Ein kleines, quirliges Städtchen am Argolischen Golf. 14.000 Einwohner, gefühlt ebenso viele Bars und Tavernen und offenbar beliebter Ausflugsort der Athener am Wochenende. In der Antike spielte es keine besondere Rolle und war bereits im 2. Jahrhundert nach der Zeitenwende wieder verlassen.
Seit dem Mittelalter war es erst in byzantinischer, dann in venezianischer und schließlich in türkischer Hand. Von 1829 bis 1834 war es dann sogar die Hauptstadt des modernen Griechenlands und 1833 die Residenz des griechischen Königs Otto von Bayern.
Alle haben hier ihre Spuren hinterlassen: Die Palamidi-Festung über der Stadt wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts von den Venezianern gebaut, die Türken hinterließen ein paar Moscheen und die Bayern einen in Stein gehauenen Löwen.

Nafplio ist ideal als Ausgangsort für Ausflüge auf der Peloponnes. Mykene und Epidauros sind nur etwa 30km entfernt. Und ca. 11km südlich befindet sich in Toló ein sehr schöner Strand, der – wie die gesamte Peloponnes – Ende September herrlich leer ist.
Wer mit dem Auto kommt, parkt in Nafplio am besten auf dem Großparkplatz am Hafen. Die Einfahrt in die Innenstadt ist mit dem Auto nicht möglich.

Hoteltipp in Nafplio:

Pension Omorfi Poli:* Wir waren uns alle einig, dass wir hier das beste Preis-Leistungs-Verhältnis hatten. Zu viert übernachteten wir für insgesamt 110 € in einem Studio, das insgesamt für fünf Personen ausgelegt war. Da wir bar bezahlten bekamen wir dann auch noch einmal 10% Rabatt. Das Frühstücksbuffett war großartig und wir waren alle furchtbar glücklich, hier zwei Nächte zu bleiben.
Es sei darauf hingewiesen, dass sich das Hotel mitten in der Altstadt befindet und am Samstag Abend dort einiges los ist. Das Studio ist zwar nach hinten ausgerichtet, aber natürlich bekommt man den Trubel dennoch mit. Oropax schaden nicht, zumindest eben am Samstag Abend.

Epidauros

Theater in Epidauros

Das Theater von Epidauros

Die wichtigste Kultstätte des griechischen Heilgottes Asklepios (lat. Aeskulap) ist heutzutage eher berühmt für ihr großartig erhaltenes, wirklich beeindruckendes Theater. Dort tummeln sich alle Touristen, während der eigentliche Tempelbezirk sehr wenig besucht wird. Wer sich also in aller Ruhe antike Ausgrabungen ansehen möchte, ist hier richtig.

Spannend ist, sich über die Findung der jeweiligen Heilmethode in Epidauros zu informieren: So schlief der Gläubige nach Reinigung und Opfer eine Nacht im Abaton, der Schlafhalle, wo er darauf hoffte, dass ihm der Gott Asklepios im Traume erscheinen möge, um ihm mitzuteilen, welche Heilmethode für ihn hilfreich sei.
Als ich das Abaton besuchte, lag gerade eine Besucherin darin und schlief. Ich bin nicht sicher, ob sie nicht auch versucht hat, die antike Methode der Therapiefindung anzuwenden…

Öffnungszeiten und Preise:

April : 08.00-19.00
Karfreitag: 12.00-17.00, Karsamstag: 08.00-15.00
Mai bis Okt: 08:00-20:00
Nov bis März: 8:00-17:00

6 € Vollpreis
Freier Eintritt: 6. März, 18. April, 18. Mai, 5. Juni, 28. Okt., letztes Septemberwochenende, 1. Sonntag im Monat von November bis März

Sparta

This is Sparta

Well, … THIS is Sparta. 

„THIS IS SPARTA!“ – ja, man kann gar nicht anders. Automatisch hat man diesen Ausruf im Ohr. Sparta, das ist ein Name, den jeder kennt – und manch einer wird verblüfft sein, dass sich heutzutage darunter eine kleine, eher unbedeutende Provinzstadt verbirgt. Vom antiken Sparta, dieser militärischen Großmacht, die für ihren Drill und ihr hartes Training von Kindesbeinen an berühmt wurde, ist wenig erhalten. Die Steine wurden im Mittelalter dafür hergenommen, das unweit gelegene Mystras aufzubauen.
Trotzdem ist die Akropolis von Sparta durchaus einen Besuch wert. Erhalten ist unter anderem das antike Theater und die Reste des Tempels der Athena Orthia. Im Großen und Ganzen ist die Akropolis heute ein Olivenhain, mit freizugänglichen (!) Ausgrabungen und einem großartigen Blick auf das Taigettosgebirge.

Öffnungszeiten und Preise:

Eintritt frei


Hoteltipp in Sparta:

Sauber und sehr günstig, dafür aber wirklich einfach – im wahrsten Sinne des Wortes spartanisch! – wohnten wir im Hotel Cecil. Für eine Übernachtung perfekt geeignet, für längere Aufenthalte eher nicht. Aber Sparta ist sowieso nicht die Stadt, in der sich lange Urlaube anbieten, von daher bietet das Hotel Cecil für 20 € pro Person für Übernachtung und Frühstück alles, was man braucht.

Mystras

Mystras Kloster

Kloster Pantanassa: Das letzte noch bewohnte Kloster in Mystras

Neben Akrokorinth war wohl Mystras die größte Überraschung des Urlaubs. Wir alle hatten nie zuvor davon gehört, aber unsere Reiseführer legten uns diese byzantinische Ruinenstadt dringend ans Herz. Und es war gut, dass wir diesem Ratschlag folgten. Steil an einen Hang in den Ausläufern des Taigettosgebirges gebaut, kann diese mittelalterliche Stadt, die im 19. Jahrhundert nach einer Zerstörung im griechischen Freiheitskampf verlassen worden war, von unten nach oben und wieder zurück durchstiegen werden.

Neben Wohnhäusern gibt es zahlreiche byzantinische Kirchen und Klöster (eines davon ist noch bewohnt) zu besichtigen und den fantastischen Ausblick zu genießen. Ganz oben auf dem Berg steht die im 13. Jahrhundert von fränkischen Kreuzfahrern erbaute Festung, Ausgangspunkt des bis dahin unbesiedelten Mystras.
Nach der Zerstörung 1825 wurde die Stadt nicht mehr aufgebaut – statt dessen hat man das wenige Kilometer entfernt gelegene, lange zuvor aufgegebenen Sparta neu errichtet – und so können Touristen heute eine byzantinische Geisterstadt durchstreifen.
Schwer beeindruckend und unbedingt einen Besuch wert.

zeichen_101_-_gefahrstelle_stvo_1970-svgAuch hier gilt: Gutes Schuhwerk, Kopfbedeckung und Proviant, v.a. ausreichend Wasser, ist ein Muss! Ihr durchstreift immerhin eine ehemalige Stadt, die einstmals mehrere Zehntausend Menschen beherbergte. Die Weitläufigkeit sollte nicht unterschätzt werden.

Öffnungszeiten und Preise:

Nov – März: 8:00-15:00 Uhr
April – Aug: 08:00-20:00 Uhr
Sept: 08:00-19:00 Uhr
Okt: 08:00-18:30 Uhr

12 € Vollpreis, 6 € reduziert
Freier Eintritt: 6. März, 18. April, 18. Mai, 5. Juni, 28. Okt., letztes Septemberwochenende, 1. Sonntag im Monat von November bis März

Pylos / Bucht von Navarino / Voidokilia

Bucht von Voidokilia

Voidokilia

Nach all den Steinen stand nun etwas Natur auf dem Programm – die wunderschönen Buchten von Navarino und Voidokilia, beide mit herrlichen Sandstränden gesegnet.

Ganz ohne Geschichte und Mythologie geht es aber natürlich auch hier nicht: Die Bucht von Navarino war 1827 im griechischen Unabhängigkeitskampf der Ort der entscheidenden Seeschlacht. Wer auf die Bucht blickt, die fast gänzlich vom offenen Meer durch eine langgestreckte Insel getrennt ist, kann man sich nicht vorstellen, das hier ein Kampf tobte, an dem knapp 80 Schiffe beteiligt waren und bei dem über 180 Menschen starben. Wer mit dem Schiff durch die Bucht fährt, kann wohl im klaren Wasser noch immer die Wracks der türkisch-ägyptischen Flotte auf dem Meeresgrund sehen.

Bei der wunderschönen Voidokiliabucht – von Pylos aus auf der anderen Seite der Bucht von Navarino gelegen und ziemlich versteckt – dagegen soll Hermes die Rinder des Apollo versteckt haben, die er seinem großen Bruder gestohlen hat. Der Vorfall, der Hermes u.a. zum Gott der Diebe machte.

zeichen_101_-_gefahrstelle_stvo_1970-svgMücken, Mücken, Mücken! Direkt hinter der Voidokiliabucht liegt ein unter Naturschutz stehender See – eine wahre Brutstätte für Mücken. Wer immer am Strand in Voidokilia liegt, wird von ihnen aufgefressen. Nehmt auf jeden Fall ein Mückenmittel mit!

Pylos selbst ist ein gemütliches Fischerdorf mit einigen netten Tavernen am Hafen.

Sonnenuntergang in der Bucht von Navarino

Blick vom Balkon unseres Hotels über die Bucht von Navarino

Hoteltipp in Pylos:

Hotel Philip:* Zwar war das Hotel Philipp mit 80€ pro Doppelzimmer mit Frühstück eindeutig das teuerste der Reise, aber wir waren so begeistert, dass wir spontan beschlossen, noch eine Nacht zu bleiben. Von den Balkonen unserer großen, gemütlichen Zimmer hatte man einen traumhaften Blick auf den Sonnenuntergang über der Bucht von Navarino und das Frühstück auf der Terrasse des nebenanliegenden Restaurants war ebenso überzeugend. Alles bestens. Hier könnte man gut ein paar Nächte verbringen.

Olympia

Olympia

Wo wir bei den großen Namen waren… Olympia ist auch so ein Name, den absolut jeder kennt. Zumindest von den Olympischen Spielen. Unweit von Olympia befindet sich ein wichtiger Hafen für Kreuzfahrtschiffe und so werden die neuzeitlichen Kreuzfahrer mit Bussen nach Olympia gekarrt.
Da wir spontan beschlossen hatten, eine Nacht länger in Pylos zu bleiben, kamen wir erst am späten Vormittag in Olympia an. Überall standen Busse und wir ahnten das Schlimmste. Doch Kreuzschiffgruppen haben selten Studienreisen gebucht und so warfen diese Gruppen nur kurz einen Blick auf Zeus- und Heratempel, einen ins Stadion und dann ging es auch schon weiter – immerhin stand die Mittagszeit bevor und da musste man ja essen gehen. Olympia war fast leer, als wir dort waren – und wir hatten genug Zeit, Ruhe und Muße, um durch all die großartigen Überreste dieses Kultortes zu streifen.
Olympia war niemals ein bewohnter Ort, immer nur eine Kultstätte, an der alle vier Jahre die Olympischen Spiele zu Ehren des Zeus ausgetragen wurden. Heute wird dort, vor dem Heratempel, noch immer das olympische Feuer entzündet. Der moderne Ort Olimbia bildete sich erst in neuester Zeit heraus, um die Touristen zu versorgen – und entsprechend reizlos ist er auch.

Sehenswert ist auch das der Ausgrabungsstätte angeschlossene Museum, in dem sich nicht nur der berühmte Olympische Apoll findet, sondern auch der Hermes des Praxiteles.

Öffnungszeiten und Preise:

täglich: 08:00- 15.00
geschlossen: 1. Jan., 25. März, 1. Mai, Ostersonntag, 25. und 26. Dez.

Vollpreis: €12, reduzierter Preis im Sommer und Vollpreis von Nov – März: €6


Hoteltipp für Olympia:

Kurz gesagt: Wenn man es nicht unbedingt muss, sollte man nicht in Olympia übernachten. Olimbia – so der Name des heutigen Dorfes – ist ein Nest, das sich nur zur Befriedigung touristischer Interessen gebildet hat. Dementsprechend gibt es dort nichts anderes als sehr touristische Restaurants und Souvenirshops.
Da wir von Pylos kamen, fuhren wir nach der Besichtigung gleich weiter nach Norden und übernachteten in Vranas, einem kleinen Kaff etwas abseits der Straße im Hotel Taxiarhis für 27,50 € pro Person mit Frühstück. Das Besitzerehepaar war lange in Deutschland und sprach deshalb sehr gut deutsch. Für die Durchreise als Zwischenstopp gut geeignet.

Küstenwald Strofilias und Strand von Kalogria

Kalogria

Weißer Sandstrand, Blaues Meer und leuchtend grüne Schirmpinien. So sieht das Farbspiel im Küstenwald von Kalogria aus. Das Gebiet ist wunderschön, eine echte Abwechslung für das Auge, aber leider sumpfig und eine Brutstätte für Mücken. Allen Mückenmitteln zum Trotz haben wir die kleine Wanderung durch das Küstenwäldchen irgendwann aufgegeben und uns ans Meer gesetzt – aber auch dort ist man nicht völlig sicher vor den kleinen Biestern. Dessen muss man sich bewusst sein.

Delphi

Delphi

Blick über das Theater von Delphi und den Apollo-Tempel, Ort des berühmten Orakels

Delphi, der Ort des berühmten Orakels und eines der wichtigsten Heiligtümer des antiken Griechenland, gilt als eine der am schönsten gelegenen Kultstätten.
Delphi liegt – wie alle Stätten, die wir besucht haben – ausnehmend schön. Ich glaube, es ist unmöglich dort eine nicht malerisch liegende Tempelanlage zu finden.
Wirklich beeindruckend war für mich aber, direkt vor diesem Tempel zu stehen, an diesem so bedeutungsschwangeren Ort, dem antiken „Nabel der Welt“, wo einstmals die Pythia saß und berauscht von aus der Erde steigenden Dämpfen die Weissagungen des Gottes Apoll verkündete – und sich dann vorzustellen, dass so ziemlich jeder große Grieche irgendwann einmal hier entlanggegangen ist.
Wer hier nicht beeindruckt ist, dem ist auch nicht zu helfen.
Die Kastalische Quelle ist leider nicht mehr zugänglich. Wer dennoch das Bedürfnis verspürt, wie die antiken Pilger Wasser aus dieser heiligen Quelle zu schöpfen, braucht nur den Wasserhahn aufzudrehen: Die Wasserversorgung des Ortes Delphi funktioniert über die Kastalische Quelle.
Wenn ihr von der Kastalischen Quelle weiter der Straße folgt, kommt ihr zum Heiligtum der Athena Pronaios. Fast kein Delphibesucher verirrte sich dorthin – dort hat man einen Tempel quasi ganz für sich.

Athena Pronaios

Heiligtum der Athena Pronaios bei Delphi

Öffnungszeiten und Preise:

täglich: 8.00- 15.00 Uhr (letzter Einlass um 14.30 Uhr)

12 € Vollpreis, 6 € reduziert
Freier Eintritt: 6. März, 18. April, 18. Mai, 5. Juni, 28. Okt., letztes Septemberwochenende, 1. Sonntag im Monat von November bis März


Hoteltipp in Delphi:

Auch Delphi ist übervoll mit Hotels jeder Kategorie. Wir wohnten einfach, aber sauber und mit 15€ pro Person im Dreibettzimmer mit Frühstück extrem günstig in der Pension Sunview.*Nichts zu mäkeln, nichts zu meckern – und für den Preis sowieso nicht!

Athen: Plaka, Akropolis und Dionysostheater

Athen, Koren auf der Akropolis

Die berühmten Koren auf der Akropolis in Athen

Nach der Stille der Peloponnes und den wenig überlaufenen Ausgrabungsstätten dort war der Besuch der Akropolis in Athen ein echter Schock. Nicht nur, dass der Eintritt für Akropolis und Dionysostheater (Agora ist nicht inkludiert!) satte 20€ kostet, sondern v.a. der Masse an Menschen wegen. Fast jeder, der nach Griechenland kommt, hat einen Stop over in Athen. Und jeder, der schon mal in Athen ist, besucht auch die berühmteste Sehenswürdigkeit: Die Akropolis mit dem Parthenon, dem berühmten Tempel der Stadtgöttin Athene.
Kunstgenuss in Ruhe ist hier nicht! Man sollte lieber aufpassen, nicht in den hundertsten posenden Japaner zu rennen oder von einem Selfiestick erschlagen zu werden.
Leider war es mir so völlig unmöglich, das prachtvolle Bauwerk wirklich zu genießen. Etwas ruhiger ging es da schon im Dionysostheater zu.

Für Athen muss ich mir auf jeden Fall einmal mehr Zeit nehmen und am besten in der absoluten Nebensaison hinfahren, wenn nicht so viel los ist und wenn ich noch nicht ganz so sehr übersättigt bin von großartigen antiken Stätten. Ich muss gestehen, dass unsere Aufnahmefähigkeit in Athen wirklich an ihre Grenze gekommen war, was die Masse an Touristen nur noch unterstützte.

Ansonsten ist die Athener Innenstadt eigentlich sehr schön – zumindest in den frühen Morgenstunden. Ab dem Vormittag ist sie gänzlich in der Hand des Tourismus und abgesehen von Restaurants und Souvenirshops findet man in der Plaka wenig anderes. Sehr begeistert waren wir allerdings von den vielen kleinen Gässchen und Häuschen, die sich direkt an den Akropolishügel schmiegen.

Öffnungszeiten und Preise:

Täglich: 08.00-17.00 Uhr
(letzter Einlass 16:30 Uhr)

Vollpreis: €20, reduzierter Preis: €10
Freier Eintritt: 6. März, 18. April, 18. Mai, 5. Juni, 28. Okt., letztes Septemberwochenende, 1. Sonntag im Monat von November bis März


Hoteltipp in Athen:

Hotel Adonis:* 35 € pro Person im Dreierzimmer mit Frühstück, zentral gelegen in der Plaka, aber trotzdem ruhig, wenige Gehminuten vom Syntagma-Platz, wo die Flughafen-Metro hält und mit einer Terrasse ausgestattet, von der man bei Frühstück und beim Sundowner einen tollen Blick auf die Akropolis genießt, kann ich über das Hotel nichts Schlechtes sagen. Viele Rezensionen online beschweren sich über die Hellhörigkeit und die Lautstärke. Das mag stimmen, wenn man das Pech hat, ein Zimmer direkt an der Treppe zu haben. Wir waren am Ende des Ganges und schliefen deshalb sehr gut. Das Personal war freundlich, das Frühstück gut, die Zimmer sauber. Ich würde beim nächsten Athenbesuch wieder hier absteigen.


Da sich Eintrittspreise und Öffnungszeiten immer wieder ändern können, empfehle ich, vorher noch einmal einen Blick auf die Seite des Ministeriums für Kultur und Sport zu werfen, wo sich ein Index der archäologischen Stätten Griechenlands findet, der natürlich auch zahlreiche Ausgrabungsstätten enthält, die wir auf unserer Reise nicht besuchen konnten.


Dieser Artikel ist mein Beitrag für „Stadt, Land, Fluss“ von Ferngeweht – und zwar natürlich für G wie Griechenland.


* Hierbei handelt es sich um Affiliate-Links. Wenn ihr über diese Links auf booking.com geht und dort bucht, erhalte ich ein bisschen Geld. Für euch ändert sich nichts an den Preisen oder Bedingungen der Buchung!

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14 Gedanken zu “Roadtrip über die Peloponnes: Route, Highlights, Hoteltipps

    • es war tatsächlich seeehr entspannt vom Fahren (ok, ich bin ja nicht selbst gefahren, aber unsere Fahrerinnen sagten das auch). Wenn du dir die Entfernungen ansiehst, siehst du, dass wir nur einmal 200km hatten. Sonst eher um die 100km, oft drunter – und wir sind ja auch nicht jeden Tag gefahren.

      Gefällt 1 Person

  1. wow, das hört sich wirklich nach einem super genialen roadtrip an! sehr sehr cool! ich bin ja ein großer fan der griechischen mythologie, so gesehen ist es eigentlich eine schande, dass ich bis dato noch nichts in diese richtung gesehen habe. auch von der strecke klingt das ganz gut machbar.

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    • ja, so gehts mir auch. Als Jugendliche habe ich immer von einer Reise nach Griechenland geträumt. Wir hatten da so einen großen, dicken Bildband im Schrank stehen, den ich immer angeschaut habe. Und dann musste ich 32 werden, bis ich zum ersten Mal nach Griechenland kam.

      Gefällt 1 Person

    • Als wir eine Freundin am Flughafen Araxos abgeliefert haben, flogen da sonst nur Pauschalurlauber, die wohl außer Flughafen-Hotel-Strand-Hotel-Flughafen sonst nichts gesehen haben 😀 Und wir waren uns einig, dass das echt eine Schande gewesen wäre, wenn wir nicht rumgefahren wären. Ich kanns Dir also NUR empfehlen! So ein schönes Land. Leider sind die öffentlichen Verbindungen auf der Peloponnes gleich Null :-/

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  2. Pingback: Roadtrip über die Peloponnes: Route, Highlights, Hoteltipps — wandernd | schlaflosinwien

  3. Ein schöner Reisebericht! Ich war zwar oft in Griechenland, aber kenne leider bisher nur den nördlichen Teil des Peloponnes. Auch 2017 wird es mich wohl wieder nach Athen und die Inseln verschlagen …
    LG aus Italien,
    Claudia
    PS: Ende Oktober war zwar nicht allein (aber fast) auf der Akropolis :-))

    Gefällt 1 Person

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