München-Tipps von einem Münchner Kindl. Ein Gastbeitrag von Katja

Wie ihr wisst, bin ich selbst erst im letzten Jahr nach München gezogen. Ich habe schon ein paar Artikel über die Stadt und das Umland geschrieben, habe euch auf Wanderungen, Spaziergänge und Tagesausflüge mitgenommen und schon einiges hier entdeckt. Aber bei Weitem nicht alles.

Umso besser ist es also – auch für mich – dass Katja als gebürtige Münchnerin sich angeboten hat, einen Gastartikel für meinen Blog zu schreiben, um uns aus ihrem Leben in München zu erzählen und ein paar Tipps zu geben.

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Heute möchte ich euch von meiner Heimatstadt München erzählen: von lustigen Erlebnissen, kleinen Tipps und meinen Lieblingsorten, -essen und -sehenswürdigkeiten.
Ich bin in München geboren und habe dort die ersten 23 Jahre meines Lebens gewohnt.

Was ich an München liebe?

Es ist immer etwas los, die Menschen sind genügsam – „des passt scho“ – und das Essen ist lecker und vielfältig. Vor allem Kaiserschmarrn hat es mir angetan. Esst es nur nicht alleine, denn es sättigt sehr. Bei Kartoffelknödel mit Rotkohl, und für Nicht-Vegetarierer Schweinebraten, sage ich nie Nein.
Beim Rischart, einer traditionsreichen Bäckerei, gibt es die leckersten Brezenringe mit viel Butter. In der Filiale am Marienplatz kann man auch wunderbar sitzen und Kaffee und Kuchen genießen.

Auer Dult

Auf der Auer Dult – by Ungry Young Man. Lizenz: CC BY 2.0

Ich bin auf die Realschule für Mädchen der Armen Schulschweter v. U.L.Fr. am Mariahilfplatz gegangen. Dreimal im Jahr findet dort die Auer Dult, also ein Jahrmarkt, mit Warenständen, Fahrgeschäften und Essensbuden statt. Als Jugendliche habe ich es geliebt, nach der Schule darüber zu laufen und mir die Dinge anzusehen. Am faszinierenden fand ich immer den Rubinschmuck, funkelnd und teuer.

Die Angewohnheit vieler Münchner früher, als die U-Bahn noch in einzelne Wagen aufgeteilt war: Von einem Wagen zum anderen huschen, wenn sie in den falschen Teil der U-Bahn eingestiegen sind. Ich gebe zu, ich habe das auch gemacht.

Do’s & Don’ts in München

Der Dialekt ist auch so eine Sache: Es gibt münchnerisch und bayerisch und da gibt es große Unterschiede. Sage niemals „Grüß Gott“, denn nach neuen Knigge-Regeln ist es nur einer in Bayern geborenen Person, die sich gerade in Bayern aufhält, erlaubt, dies zu sagen.

Bestelle Semmeln statt Brötchen und Fleischpflanzerl statt Frikadellen.

Münchner sagen auch gerne: „Hier geht`s zu wie am Stachus.“ Was nichts anderes bedeutet als: Hier ist viel los. Offiziell ist es der Karlsplatz Stachus, ein Hauptumsteigepunkt des öffentlichen Nahverkehrs, dazu in der Innenstadt und mit einem der größten McDonalds der Welt. Frage nie nach dem Karlsplatz. Ich habe die Touristin, die mich einmal nach dem Karlsplatz fragte im ersten Moment nicht verstanden. In München sagt man einfach: Stachus!

„Hier gehts zu wie am Stachus“

München am Stachus

Am Stachus in München –  by amade_a. Lizenz: CC BY 2.0

Die Wiesn

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der Tobbogan auf der Münchner Wiesn – by Horemu Lizenz: CC BY-SA 3.0

Wenn man von München spricht, fällt den Meisten das Gleiche ein: das Oktoberfest oder „die Wiesn“, wie die Münchner sagen.
Etwa fünf bis sechs Millionen Besucher trinken etwa die gleiche Menge Bier, die Hotels verlangen oft 100% mehr als den üblichen Zimmerpreis und der Dirndl-Verkauf steigt davor ins Unermessliche.

Meine Tipps für die Wiesn:

  • Gehe morgens ab 11 Uhr auf die Wiesn, wenn du in Ruhe darüber schlendern willst
  • Trage keine offenen Schuhe, da überall Glasscherben herumliegen, an denen man sich schneiden kann.
  • Trage deine Wertsachen nahe am Körper
  •  Gucke beim Tobbogan zu. Das ist ein Fahrgeschäft, bei dem der Fahrgast „mittels eines schnell laufenden Förderbandes zur Turmmitte transportiert. Von dort steigt man auf Treppen zur Turmspitze, genießt die Aussicht von oben und rutscht auf der Holzrutsche mit einer Sackleinwand als Unterlage nach unten. Im Unterschied zu anderen Fahrgeschäften wird hier der Fahrgast aktiv gefordert und sorgt gleichermaßen für eine Belustigung der Zuschauer.“ (so Wikipedia)
    In der Regel läuft das so ab: Männer sind zu cool, um sich vom Helfer als Gegengewicht auf dem Förderband helfen zu lassen, fangen dann an zu schwanken, versuchen sich krampfhaft am Geländer festzuhalten und stürzen.
    Der süßeste Knirps war ein kleiner blonder Bub von 4, der nur ein wenig von hinten vom Helfer gestützt wurde und gestrahlt hat wie ein Honigkuchenpferd, während er hoch gefahren ist.
  • Achte niemals auf die Kalorien, sonst machen die leckeren Sachen wie Kaiserschmarrn, Zuckerwatte und gebrannte Mandeln keinen Spaß.

Tipps für München:

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Ein kleiner Geheimtipp von mir: Wenn du dich für Mode interessierst, besuche das Stadtmusem München. Dort gibt es eine Abteilung, die wechselnde Ausstellungen zu diesem Thema anbietet.
Bei jedem meiner Besuche in München muss ich in den anliegenden Souveniershop gehen, um dort Karten mit lustigen bayrischen Sprüchen wie „Hab i mir glei scho denkt“ oder so verrückte Dinge wie Hampelmänner im Sisi- oder Kini-Stil zu kaufen.

Auguste Strobl

Auguste Strobl

Die Schönheitengalerie im Schloß Nymphenburg zeigt Gemälde schöner Frauen, unabhängig ihres Standes oder ihrer Herkunft. Die Sammlung entstand auf Wunsch des damaligen bayerischen Königs Ludwig I. Meine Lieblingsgemälde sind Auguste Strobl, Antonie Wallinger  und Helene Sedlmayr.
Natürlich sind auch die Klassiker sehenswert: die Pinakotheken (Alte und Neue Pinakothek), das Rathaus und das Deutsche Museum.

Und wenn du mehr Zeit hast, fahr nach Augsburg oder Salzburg. Beide Städte sind eine Tagesreise wert und von München schnell erreichbar.



PTDC0153Wer schreibt hier?

Ich bin 36 Jahre, in München geboren und habe schon als Jugendliche Romane geschrieben (aber nie einen veröffentlicht). Ich schreibe meinen Blog „Die lila Muse“ seit einem  Jahr und stelle fest, je mehr ich schreibe, desto mehr Ideen habe ich.
Auf meinem Blog schreibe ich über Mode, Museen und vegane Gerichte und plane eine Reihe über München mit Tipps einer Münchnerin abseits der Reiseführer.


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9 Gedanken zu “München-Tipps von einem Münchner Kindl. Ein Gastbeitrag von Katja

    • gerne 🙂 Dann schau dich mal um, vielleicht findest du hier noch mehr Anregungen auch für Ausflüge außerhalb der Stadt. Rentiert sich auf jeden Fall. Das Seenland ist wunderschön!

      Gefällt 1 Person

  1. Als geborener Münchner ist es immer wieder eine Freude, in München zu sein. Und sei es auch nur sehender oder lesender Weise. Heute könnte ich nicht mehr dort leben (WENN, dann nur etwas außerhalb, weil mir der Trubel zu große ist), aber v.a. deshalb, weil ich es mir nicht leisten könnte.
    Aber „Grüß Gott“ darf ich jederzeit sagen 😉 😉 und sage dann immer dazu … „wenn du ihn siehst“

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Die lila Muse

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