Frühlingshafte Ausflugstipps im Bamberger Umland

Ja, der Frühling lässt noch auf sich warten. Zwar spitzen schon die Schneeglöckchen und Krokusse und auch die ersten Bäume treiben schon ihre Blüten aus, aber die Temperaturen und das Wetter sind alles andere als frühlingshaft.
Aber nicht trotzdem, sondern genau deshalb stehen wir wohl schon alle in den Startlöchern und erwarten die ersten Frühlingstage. Um uns diese zu versüßen hat Marion von Escape von Reality zur Blogparade geladen: Sie möchte Ausflugstipps für den Frühling.

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Gleichzeitig soll dieser Artikel ein Auftakt sein, um auf meinem Blog endlich einmal etwas mehr über meine fränkische Heimat zu schreiben und Bilder aus dieser wunderschönen Gegend zu teilen. Denn bisher kam meine Heimatregion und Heimatstadt viel zu kurz. Der ein oder andere mag schon gemerkt haben, dass es seit kurzem auch eine Kategorie „Franken“ im Menü gibt.
Deshalb gibt es jetzt hier Tipps für frühlingshafte Ausflüge im Bamberger Umland, nämlich:

  • Eine Wanderung aufs Walberla und das Walberlafest
  • Eine Osterbrunnentour durch die Fränkische Schweiz
  • Der Georgiritt auf den Senftenberg

Wanderung auf’s Walberla und Walberlafest

Walberla mit Walburgiskapelle

Ehrenbürg – so lautet der eigentliche Name, aber ich kenne absolut niemanden, der ihn benutzen würde. Für die Einheimischen heißt der Tafelberg im Fränkischen Jura schlicht und ergreifend „das Walberla“. Dabei ist das gar nicht korrekt, denn die Erhebung hat  zwei Kuppen, von denen nur die niedrigere, etw 513 m hohe, Walberla heißt. Die höhere mit etwa 531 m heißt eigentlich Rodenstein – aber auch das ist ein Name, den ich noch nie jemanden habe verwenden hören.

Walberla2

Der Name Walberla kommt von der auf der niedrigeren Kuppe stehenden Walburgiskapelle, deren Patronatsfest am ersten Maisonntag gefeiert wird. Wer gerne Trubel und viele Menschen hat, sollte deshalb auch möglichst an diesem Wochenende auf das Walberla wandern. Das sogenannte „Walberlafest“ gilt als ältestes Frühlingsfest in Deutschland und wurde schon von Viktor von Scheffel besungen:

„Ob Vorchheim bei Kirchehrenbach
woll’n wir zu Berge steigen.
Dort schwingt sich am Walburgistag
der Franken Maimarktreigen;
der ist seit grauer Heidenzeit,
noch allem Landvolk teuer.
Schatzkind halt Gürtel fest und Kleid,
wir springen durch die Feuer”
(Quelle)

Und von 1821 stammt folgende Beschreibung des Walberlafestes:

„Von Menschen aus allen Ständen wimmelt schon der Berg und von allen Seiten ertönt der Morgengruß und herzliches Willkommen der Freunde und Bekannten, die sich hier gesucht und gefunden haben. Buden und Zelte stehen nun fertig gefüllt mit bunten Waren da für groß und klein, zum Luxus und zum nöthigen Gebrauche. Geräthschaften aller Art für den Feldbau und für die Handwerker, für den Keller und für die Küche breiten sich auf allen Seiten zum Verkaufe aus. Kappen und Hüte in allerley Formen, Leder und allerley anderer Waren bis zum kleinsten Kinderschuh werden in Mengen gekauft. Mehr aber als für alle anderen Bedürfnisse ist für den Magen und Gaumen gesorgt. Einem großen Altare gleich, lodern allenthalben Flammen auf des Berges Rücken. Geflügel und Bratwürste in großer Zahl werden auf diesem Altare geopfert und munter verzehrt. Nicht weniger wird dem Bacchus gehuldigt und unversiegbaren Quellen gleich, sprudelt das Bier aus den Fässern.“
(Quelle)

Heute sieht das Ganze dann so aus:

Wer es – wie ich – beim Wandern lieber ruhig mag, der sollte das erste Maiwochenende  meiden und einen anderen Tag wählen – denn auch ohne Walberlafest ist eine Wanderung zum Walberla sehr empfehlenswert.

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Das meiner Meinung nach beeindruckendste an der Ehrenbürg ist eben die Doppelkuppe, die dem Berg eine Sattelform verleiht und etwa vom Rodenstein sehr pittoreske Ausblicke auf Walberla und Walburgiskapelle bietet

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Und natürlich weite Ausblicke ins Umland, bis ins Fichtelgebirge, wenn man Glück hat, und natürlich in die Fränkische Schweiz.

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Wer jetzt Lust aufs Wandern am Walberla bekommen hat, der kann ja mal hier vorbei schauen.

Osterbrunnen in der Fränkischen Schweiz

Osterbrunnen_Gunzendorf

das große Ei des Osterbrunnens von Gunzendorf zeigt die Georgenkapelle, zu welcher der Georgiritt führt – der nächste Ausflugstipp

Kurz vor Ostern packten meine Großeltern uns ins Auto und ab ging es in die Fränkische Schweiz zur „Osterbrunnenfahrt“. Als ich dann älter war, hatte ich darauf keine Lust mehr. Wieso sollte ich mir jedes Jahr Osterbrunnen anschauen? Für mich war das völlig normal und fast schon alltäglich, auf jeden Fall nichts besonderes.
Dass es keineswegs eine allbekannte Sache ist, wurde mir – wie so vieles – erst im Laufe der Zeit bewusst: Osterbrunnen sind eine Tradition, die aus der Fränkischen Schweiz, einem als Wanderparadies bekannten Gebiet östlich von Bamberg, stammt und sich von dort aus verbreitete.
Dabei ist diese Tradition gar nicht besonders alt: Der erste Osterbrunnen soll 1909 in Aufsess gestanden haben, aber bis heute werden mit viel Liebe zum Detail, mit viel Mühe und Zeitaufwand jedes Jahr die Dorfbrunnen mit Gebinden aus Zweigen und bemalten Eiern geschmückt. Dabei gibt es sehr einfache, aber auch überaus kunstvolle Varianten.

Ehrlich gesagt, würde ich jetzt –nachdem ich es seit vielen Jahren nicht mehr getan habe – furchtbar gerne einmal wieder eine Osterbrunnenfahrt machen.
Da ich leider nur sehr wenige eigene Bilder von Osterbrunnen habe, teile ich hier einige Fotos aus den Wikicommons.

 

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Osterbrunnen in Litzendorf. Foto: Imanuel Giel. Lizenz: CC 3.0 Unported

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Osterbrunnen in Rossdorf. Foto: Benreis.  Lizenz: CC 3.0 Unported
Wer Lust hat auf eine Osterbrunnen-Tour, der findet hier eine Karte.

Georgiritt am Senftenberg

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Am 23. April ist der Tag des Heiligen Georg. Und wie viele Traditionen im Bamberger Land, so hat auch der Georgiritt seinen Ursprung im katholischen Heiligenkalender und den verschiedenen volksfrommen Bräuchen.

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Selbst der Ortspfarrer erscheint hoch zu Ross

Auf dem Senftenberg über Gunzendorf, Markt Buttenheim, liegt die Georgenkapelle, zu der am Georgitag eine Pferdewallfahrt führt, die bereits seit dem Jahr 1618 belegt ist. Ursprünglich war es eine Prozession der Hufschmiede, die hoch zu Ross zu ihrem Schutzpatron rittenPferd1.

Dieser alte Georgiritt fand 1848 zum letzten Mal statt. Nach einer Rauferei, die für zwei Personen tödlich endete, wurde die Wallfahrt verboten.
Wiederbelebt wurde sie schließlich im Jahr 1951. (mehr Informationen). Die Bauern mit ihren Arbeitspferden sind längst den Hobbyreitern und den Mitarbeitern der umliegenden Reiterhöfe gewichen, die heute ihre fein herausgeputzten Tiere auf dem Senftenberg segnen lassen.
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Durch die grünen Wiesen, vorbei an den ersten Frühlingsblüten geht es für Mensch und Pferd von Gunzendorf aus den Berg hinauf zur Georgenkapelle, wo eine Abschlussfeier mit Segnung stattfindet und wo man – ganz traditionell fränkisch – das kirchliche Fest mit einem Bier und einer Brotzeit auf dem Felsenkeller am Senftenberg*), gleich neben der Kapelle, ausklingen lässt.

Segnung

Warten auf die Segnung vor der Kapelle

Der Georgiritt findet am 23.4. statt, sofern dieser auf einen Sonntag oder auf den Ostermontag fällt. Sonst am Sonntag darauf.


 

*)Ja, richtig IMG_4515-bearbgelesen: AUF dem Keller. Ein Bierkeller ist die fränkische Variante eines Biergartens, eben gelegen auf den Hügeln, in denen sich die Felsenkeller befinden, in denen wiederum das Bier kühl gelagert wird. Dementsprechend sitzt man in Franken eben AUF dem Keller – kein Franke käme bei schönem Wetter auf die Idee, sich IN einen Keller zu setzen, keine Sorge. Sollte das Wetter nicht bierkellertauglich sein, so hat der Senftenberger Keller zum Glück Innenräume und auch die Wirtschaften der umliegenden Orte bieten häufig spezielle Gerichte zum Georgiritt an.

Noch ein paar Bilder vom Georgiritt:

Landschaft bei Gunzendorf

Landschaft bei Gunzendorf

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8 Gedanken zu “Frühlingshafte Ausflugstipps im Bamberger Umland

  1. Mein Zuhause ist Hirschaid – und ich kenne diese Orte, die Du besucht hast, sehr gut und liebe sie alle! Auch wenn ich leidenschaftlich gerne reise und Sprachen zu meinem Beruf gemacht habe (Sprachlehrerin, Bloggerin, Übersetzerin), fühle ich doch eine große Heimatverbundenheit und möchte auf keinen Fall woanders wohnen! (OK, Länder wie Italien, Frankreich oder Spanien könnten schon ein bisschen näher sein … ) Das war sicherlich nicht der letzte Beitrag Deines Blogs, den ich gelesen habe!
    Viele Grüße
    Christine von „Erfolgreiches Sprachenlernen“

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    • Hallo Christine,

      Vielen Dank für deinen Kommentar.
      Mich hat’s ja doch rausgezogen – aber ich gestehe: Seit ich weg bin, kann ich meine Heimat noch mehr schätzen. Und ich weiß auch, dass ich irgendwann zurückgehen werde, spätestens im Alter 🙂

      Der nächste Artikel über Bamberg ist schon in Arbeit übrigens.

      Liebe Grüße,
      Ilona

      Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Seite nicht gefunden | wandernd

  3. Danke für diesen tollen Bericht und die suprr Fotos über meine fränkische Heimat (Bin in einem der Dörfer direkt unterhalb des Senftenbergs aufgewachsen) … ein kleiner Hinweis zum GeorgiRitt sei mir gegönnt: Der GeorgiRitt zum Senftenbergs findet in der Regel am Sonntag vor dem 23.04. statt (wenn Georg – 23.4. ein Montag, Dienstag oder Mittwoch ist) oder am Sonntag nach dem 23.04 (wenn Georg – 23.4. ein Donnerstag, Freitag oder Samstag ist). Wenn der 23.04.ein Sonntag ist dann natürlich am Sonntag, es sei denn dieser fällt in die Osteroktav. Dann findet er auch mal am Ostermontag statt ;-).
    Ich gab viele Jahre als Ministrantin beim GeorgiRitt mitgewirkt. 🙂

    Ich bin neugierig auf deinen Blog und werde mich hier gerne umschauen.

    Liebe Grüße Micha (MiMe)

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