„Gruppenreisen gehen gar nicht!“ – Warum Gruppenreisen besser sind als ihr Ruf.

Unter selbsterklärten „Reisenden“ (im Gegensatz zu Touristen!) im Allgemeinen und denen, die im Internet darüber berichten, im Besonderen sind Gruppenreisen etwas verpönt. Man reist doch – bitteschön! – individuell! Und natürlich sollte man am besten auch alleine reisen WOLLEN. Das ließe einem – so die Theorie – die absolute, ultimative Freiheit, um möglichst spontan ein Land abseits der ausgetretenen Pfade zu erkunden. Alles andere wird ein bisschen scheel angesehen – so kam es mir zumindest mitunter vor.

Natürlich hat das individuelle Reisen – und noch einmal mehr das alleine Reisen – den großen Vorteil, dass man unabhängig ist und tun und lassen kann, was man will. Man muss keine Kompromisse eingehen bei der Reisegestaltung. Das ist ein großer Vorteil und ich verstehe gut, dass er für viele ausschlaggebend ist.

Ich war in den letzten Jahren mehrfach alleine und individuell unterwegs – und zwei Mal mit einer Gruppenreise: Einmal in Usbekistan, einmal in Marokko. Im nächsten Jahr werde ich – wieder mit einer Gruppe – nach Kuba fliegen und auch für zukünftige Fernreisen werde ich wohl auf die Angebote diverser Anbieter immer wieder einmal zurückgreifen.

Warum ich der Ansicht bin, dass Gruppenreisen besser sind als ihr Ruf und warum sie durchaus eine Alternative bieten können, das will ich in diesem Artikel einmal zusammenfassen:

Besser als ihr Ruf: Organisierte Reisen in der Gruppe

Da wäre zuerst einmal das häufig bemühte Klischee, bei einer Gruppenreise würde man ständig nur mit einer riesigen Gruppe hinter einem Reiseleiter herhetzen und hätte so ein straffes Programm und so einen prall gefüllten Terminplan, dass man gar nicht zum Schauen und Durchatmen komme.
Natürlich gibt es diese Reisen – der Punkt ist nur: Ich buche sie einfach nicht!

Tatsächlich gibt es unzählige Anbieter von Gruppenreisen unterschiedlichster Art! Erst kürzlich habe ich mich einmal durch die vielfältigen Angebote durchgearbeitet und war wirklich überrascht über das breite Spektrum an Reisen. Für meine nächste Fernreise nach der Kubareise werde ich auf jeden Fall einmal zu einem ganz anderen Anbieter greifen und ihn ausprobieren. Es erfordert also ein bisschen Arbeit und Einlesezeit , die richtige Reise zu finden, aber das ist durchaus möglich. Man kann in Kleinstgruppen mit bis zu sechs Personen reisen, genauso wie mit bis zu 50 Personen. Und organisierte Reisen gibt es auch für Familien, Freundesgruppen oder Paare schon ab zwei Personen.

beim

beim „Kräuterdoktor“ in Marrakech bei einem Bummel ganz ohne Gruppe

Auf meinen obengenannten Reisen war mir immer wichtig, dass ich viel Freizeit hatte. Ich habe genau die Reisebeschreibungen studiert – und wenn sie mir nicht zusagten oder ich keine zufriedenstellenden Auskünfte vom Reiseanbieter erhalten konnte, dann habe ich die Reise nicht gebucht. Ganz einfach.

In Marokko war es fast jeden Tag so, dass wir vormittags Programm und am Nachmittag Freizeit hatten. Das fand ich sehr angenehm. Vormittags bekamen wir Input, man hat uns die Dinge, die wir gesehen haben, erklärt und am Nachmittag konnten wir gemütlich einen Tee trinken gehen, Siesta halten, bummeln oder uns die Sachen noch einmal in Ruhe ansehen. Ganz, wie wir es wünschten.

heute keinen Lust auf den Ausflug? Gehen wir Teetrinken!

heute keinen Lust auf den Ausflug? Gehen wir Teetrinken!

Das gleiche gilt für den allgemeinen Ablauf: Bei den Reisen, die ich bisher gebucht hatte, blieb immer Freiraum für persönliche Interessen. Das kam mit der vielen Freizeit ganz von alleine. Aber auch, weil man bei Ausflügen mitunter einfach aussteigen konnte. Während der Großteil der Gruppe von Ouarzazate aus einen Ausflug unternahm, hatten wir nach einem Tag mit vielen Kilometern genug vom Fahren und blieben in der Stadt, entspannten uns bei Tee und Hamam und ließen ansonsten die Seele baumeln.
In Usbekistan war ich dagegen die einzige, die einen freien Nachmittag für einen Hamambesuch nutzte – in einem uralten Hamam aus dem 17. Jahrhundert, das ich ohne die Hinweise des Reiseleiters nicht einmal gefunden hätte, da es so unscheinbar war. Eine Mitreisende nutzte dafür alleine das Angebot, einen Ausflug mit Fahrer in die Steppe zu unternehmen – in aller Herrgottsfrühe, als die anderen noch in ihren Betten lagen und schliefen.

Natürlich stimmt es, dass die Hauptroute vorgegeben ist – aber seien wir ehrlich: Auch die vielen ach so individuellen Backpacker stehen doch alle – ganz individuell – bei Sonnenaufgang zwischen tausend anderen am Angkor Wat (man sehe sich nur das einmal an). Auch die Zeit hat einmal darüber geschrieben:

Ob ein Strand in Kambodscha oder ein Club in Neukölln: Alle suchen Geheimtipps – und landen doch an den gleichen Orten. Was läuft da schief?

In Usbekistan traf ich mehrere Individualreisende – und zwar mehrfach, immer wieder. Denn sie hatten exakt die gleiche Route wie wir. Es gibt einfach in jedem Land, in jeder Region ein paar Highlights, die sich wohl jeder ansieht, egal ob er mit der Gruppe oder individuell unterwegs ist. Und wenn das Programm für mich stimmt und passt, dann sehe ich keinen Grund, warum ich mich unbedingt individuell zu diesen Orten kämpfen muss. Klar, manchmal wäre ich gerne länger an einem Ort geblieben – aber das ist immer so, auch wenn ich individuell unterwegs bin. Unendlich viele Urlaubstage habe ich auch als Individualreisende nicht. Leider…

Wenn mal wieder jemand meint, Gruppenreisen würde er niemals buchen, weil er dann ja ständig nur hinter einem Reiseleiter herrennen muss und dauernd im Stress sei und obendrein sähe er dann ja nicht das, was er sehen will, dann kann ich nur sagen: Dann buche diese Reisen doch einfach nicht, sondern suche dir aus dem riesigen Angebot eine andere aus. Eine mit kleiner Gruppe, eine mit Freizeit, eine mit Alternativen, eine, bei der dir das Programm zusagt. Und wenn dich das trotzdem nicht reizt, ist das ja auch in Ordnung.

Also kurz: Gruppenreisen sind besser als ihr Ruf, weil ihr Ruf sich häufig auf die schlechtesten ihrer Art stützt – und das ist einfach nur ein Teil der Wahrheit, ein Teil des unglaublich großen Angebots auf dem Gruppenreisen-Markt.

Alleine aufbrechen und doch nicht alleine reisen

Aber warum greife ich jetzt hin und wieder zu Gruppenreisen?
Ein für mich wesentlicher Grund ist ganz klar: Ich reise nicht gern allein!

Natürlich war ich bereits alleine unterwegs – eine Woche am Comer See, ein Wochenende in Maribor, eine Woche im Kloster, Sprachaufenthalt in Florenz etc. Und ich habe keinen dieser Urlaube bereut. Aber normalerweise reise ich v.a. dann alleine, wenn die einzige Alternative wäre, gar nicht zu reisen. Und gar nicht zu reisen IST eben keine Alternative für mich.

neugefundene Freunde - nach einem Einkaufsbummel in den Souks von Marrakesch

neugefundene Freunde – nach einem Einkaufsbummel in den Souks von Marrakesch

Ich habe ja bereits einmal über das alleine reisen geschrieben und darüber, dass gute Freunde nicht automatisch auch gute Reisegefährten sind. Viele meiner Freunde haben im Urlaub einfach ganz andere Prioritäten – Ausschlafen zum Beispiel! Das steht auf meiner Urlaubs-Liste ziemlich weit unten. Wenn ich mit jemandem in Urlaub führe, der unbedingt ausschlafen und dann noch ausgiebigst frühstücken möchte, wäre Streit vorprogrammiert.
Zudem sind viele meiner Freunde Lehrer und haben damit nur in den Schulferien Zeit – wobei ich die Schulferien als Reisezeit meide und lieber in der Nebensaison fahre. Für manche Länder, die mich interessieren, ist der August auch einfach keine gute Reisezeit.
Sprich: nicht alle meine Freunde haben Lust, Zeit und Geld für die Reiseziele, die mich interessieren. Und nicht mit allen meiner Freunde harmoniere ich gut genug, um mit ihnen zu verreisen. Wir haben einfach zu unterschiedliche Erwartungen, wollen oft vollkommen gegensätzliche Sachen. Das würde bedeuten, dass einer von uns wirklich große Kompromisse eingehen müsste – und am Ende wären wohl alle unzufrieden.

nicht alle meine Freunde haben Lust, Zeit und Geld für die Reiseziele, die mich interessieren. Und nicht mit allen meiner Freunde harmoniere ich gut genug, um mit ihnen zu verreisen.

Trotzdem bin ich nicht gerne alleine. Schon gar nicht auf Reisen. Zum einen beruhigt es mich, jemanden an meiner Seite zu haben, wenn mal etwas nicht so läuft, wie es sollte, zum anderen bin ich ein extrovertierter Mensch und verarbeite Eindrücke, indem ich darüber spreche und mich austausche.
Selbst ein einfaches „Mein Gott, ist das schön hier!“ hilft mir manchmal, die Schönheit eines Moments und die Eindrücke besser zu verarbeiten.

Klar komme ich auf so ziemlich jeder Reise mit Menschen ins Gespräch, aber der Small-Talk genügt mir nicht, um mein Bedürfnis nach echtem Austausch zu befriedigen – er weckt gerade einmal den Appetit auf mehr! (Nach so kurzen, netten Gesprächen fühle ich mich dann normalerweise erst richtig allein und sehne mich nach Gesellschaft.) Da ich nicht backpacke und nicht in Hostels absteige, ist eine Gruppenreise für mich mich die beste Möglichkeit, um auf Reisen Anschluss zu finden.
Ich habe mit Mitreisenden z.T. bis heute Kontakt und sie wieder getroffen. Mit meiner Zimmerkollegin aus Marokko habe ich auch über weitere gemeinsame Reisen gesprochen.

Dadurch, dass man mehr Zeit miteinander verbrachte, als mit flüchtigen Bekanntschaften im Zug oder Lokal, ergaben sich auch tiefere Gespräche. Dennoch waren diese Menschen keine engen Freunde, ich habe nicht mit ihnen gemeinsam die Reise angetreten – deshalb war es auch leicht, sich zurückzuziehen und alleine herumzubummeln, wenn ich das wünschte. Niemand nahm mir das übel und niemand erwartete von mir, dass ich mich ihm anschloss und für unterschiedliche Unternehmungen konnte ich auch unterschiedliche Begleitungen wählen – oder eben alleine aufbrechen!

Ganz klar sind die Mitreisenden aber auch einer der negativen Punkte in einer Gruppe – je kleiner die Gruppe ist, desto mehr wohl auch – denn es gibt immer jemanden, der einen nervt! Zum Glück hat man aber auch meist die Möglichkeit, diesen Leuten ganz gut aus dem Weg zu gehen – und Idiotenhandling ist halt leider auch Teil des Lebens.

Sicherheit & Bequemlichkeit

Ein weiterer Grund, warum ich Gruppenreisen buche: Manchmal bin ich einfach bequem. Mit manchen Sachen WILL ich mich gar nicht selbst herumschlagen und ich freue mich, wenn die Mühsal, einen stornierten Inlandsflug in Usbekistan zu ersetzen, jemand anderer übernimmt – jemand, der die Sprache spricht und sich mit den Verhandlungsmethoden des Landes auskennt. Ich freue mich, wenn ich von A nach B befördert werde und ich nicht überlegen muss, wie ich wohl dort hinkommen kann – zumal ich ja auch kein Auto fahre, was Individualreisen sehr erschweren kann.

Dazu kommt natürlich auch der Sicherheitsaspekt: In vielen Ländern würde ich mich alleine – so ohne jegliche Begleitung – einfach nicht wohl fühlen. Sei es, weil ich die politische Lage nicht abschätzen kann, sei es weil der öffentliche Verkehr mühsam oder unzureichend ist, sei es weil die Lage für Frauen nicht die Beste ist. Mit einer Gruppe fühlt man sich sicherer – und auch in der Freizeit hat man Menschen, mit denen man seine Zeit verbringen kann. Man ist eben nicht ganz allein, wenn man es nicht will. Wenn man sich sicher fühlt, kann man trotzdem noch alleine losziehen – wenn man eben die entsprechende Reise gewählt hat, bei der das auch möglich ist.

wenn mir meine amüsierten Mitreisenden nicht gut zugeredet hätten, hätte ich mich wohl kaum auf ein Dromedar getraut

wenn mir meine amüsierten Mitreisenden nicht gut zugeredet hätten, hätte ich mich wohl kaum auf ein Dromedar getraut

Für mich war es ganz klar, dass ich organisierte Reisen – die gibt es ja eben auch für Familien, Freundesgruppen oder Paare – dann buche, wenn die Sicherheitslage mir nicht ganz klar ist und ich lieber „auf Nummer sicher“ gehe und mich so wohler fühle. Solange ich das Gefühl habe, die Lage in einem Land einschätzen und leicht in den Griff kriegen zu können, werde ich wohl auch auf keine organisierte Reise zurückgreifen.
Dabei ist es natürlich klar, dass in London oder Neapel genauso leicht etwas passieren kann, wie in Tashkent oder Havanna – mit dem Unterschied, dass ich das System besser durchschauen und mich verständigen kann und allgemein das Gefühl habe, leichter wieder „da raus“ zu kommen. Es geht wohl oft mehr um das Gefühl von Sicherheit denn um eine wirklich konkrete Gefahr. Und dass ich kleiner Angsthase das auf Reisen schätze – daraus mache ich gar keinen Hehl. Wenn andere diese Art von Abenteuer reizt und sie es gerne haben, dann gönne ich ihnen das von Herzen.

Für mich als Single und Alleinreisende ist der Sicherheitsaspekt durchaus ausschlaggebend, um – v.a. bei Fernreisen – auf ein organisiertes Angebot zurückzugreifen. Und neben der gewissen Sicherheit, die mir diese Reisen verschaffen, bieten mir Gruppenreisen eben auch die nötige Gesellschaft, die ich auf Reisen genieße.

Und irgendwer muss schließlich auch die Bilder von mir schießen! Dieses hier machte meine ebenso fotobegeisterte Mitreisende Vreni in Buchara

Und irgendwer muss schließlich auch die Bilder von mir schießen! Dieses hier machte meine ebenso fotobegeisterte Mitreisende Vreni in Buchara


Wie ist das bei euch? Reist ihr gerne organisiert/ in der Gruppe? Habt ihr das bereits getan und hattet vielleicht kein Angebot, das euch zugesagt und überzeugt hat? Würdet ihr es wieder tun? Oder ist das gar nichts für euch? Oder habt ihr euch bisher davor gescheut, Gruppenreisen zu buchen, weil ich die furchbaren Bilder von Stress und riesigen Gruppen im Kopf hattet?

Die Inspiration zu diesem Artikel kam durch Marion von www.escape-from-reality.de, die auch bereits dazu gebloggt hat und in Kürze mehr zum Thema „Gruppenreisen“ veröffentlichen wird. Schaut mal bei ihr vorbei!

Außerdem reiche ich den Artikel nach als Beitrag zur Blogparade „Alleine reisen, zu zweit oder als Gruppe“ auf „Travel forever“ und „Solo reisen udn Urlaub alleine“ auf goodmorningworld.de. Bevor ich dort allerdings als nur und ausschließlich für Gruppenreisen Plädierende zitiert werde, weise ich noch einmal auf den Artikel „Alleine reisen oder nicht?“ hin, bei dem ich genauer darüber schreibe, wann und warum ich manchmal auch alleine reise.

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28 Gedanken zu “„Gruppenreisen gehen gar nicht!“ – Warum Gruppenreisen besser sind als ihr Ruf.

  1. Hallo Ilona,

    sehr schön beschrieben. Ich stimme dir gerade zu Sicherheitslage und Organisation zu. Ich habe das hübsche Buch vom Banana Pancake Trail gelesen, da reisen die s.g. Backpacker alle mit dem Lonely Planet in der Hand zu den gleichen Geheimtipps. 😉 Angkor Wat habe ich pauschal gebucht. Wir waren vor den Reisegruppen morgens ganz früh an den Tempeln und hatten sie fast für uns alleine und das pauschal.

    Als Arbeitnehmerin mit sehr wenig Urlaub, bin ich ganz gerne in Reisegruppen unterwegs. Wenn es der Reisepreis zu lässt, bevorzuge ich Kleingruppen mit Freizeitmöglichkeit. Wie du schon schreibst, Kleingruppen bieten gute Möglichkeiten, das Land auch individuell zu erkunden.

    Dies hängt einfach auch vom Reiseziel ab. Ich mag einfach nicht schwitzend mit dem Rucksack durch Indien reisen, meine Zeit mit Zimmersuche und chaotischen Taxifahrern verbringen.

    Europa, Nordamerika und Städte organisieren wir dann eher individuell.

    Liebe Grüße
    Renate
    die von Reisefieber geplagte.

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    • ja, da geht es mir ganz genau wie Dir. Da stimme ich dir voll zu!
      Man muss einfach genau schauen, welches Programm, welcher Ablauf, welche Reiseart einem zusagt – dann kann man sich tatsächlich viel Stress sparen 😀

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  2. ich muss sagen, wenn ich single wäre würde ich es genauso machen wie du. ich bin einfach nicht der typ, der auf eigene faust mit 1000 fremden erst bei den bekannten spots stehen mag und allein in fremden kulturen völlig abseits der trampelpfade… das wär wohl echt nix für mich.

    ich finde diese „urteilerei“ im kontext mit reisen ohnehin immer etwas fragwürdig. ich denke mir, es soll doch jeder mit seiner zeit und seinem geld machen was er will, solang er keinen schaden anrichtet ist eine reise so „gut“ wie eine andere.

    und: kuba??? toll, ich beneide dich!!

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    • danke! Ja, wenn ich einen Partner hätte und mit ihm gut harmonieren würde – reisetechnisch – dann würde ich wohl weniger Gruppenreisen buchen. Aber so, wie es jetzt ist, sind sie für mich einfach manchmal ideal. Bin halt nicht gerne für längere Zeit allein.

      Die Urteilerei ist immer etwas mühsam. Ohh, ich bin ja lieber ein total individueller Reisender, als ein Tourist… In den meisten Gegenden haben die Leute dann auch nichts anderes gesehen 😉

      Und jaaaaa, Kuba 🙂 Freu mich schon so!

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    • du sagst es. ein seltsames phänomen. aber am besten man steht da drüber und genießt seine freien tage in vollen zügen – genau so, wie es einem gefällt 🙂

      und jaaa, das glaub ich gern!

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  3. Liebe Ilona…alle Daumen hoch!!! Ich wollte darüber auch mal schreiben, denn mich nervt es total dass Gruppen reisen, oft so zweitklassig dargestellt werden.
    Jeder soll auf seine Art reisen. Egal wie.
    Bei meiner ersten Fernreise hatte ich einfach muffensausen und wollte mir bei wertvollen 4 Wochen Jahresurlaub nicht noch vor Ort n Kopp machen, wenn was nicht klappt. Wir sind also auch mit Agentur gereist und damit manchmal auch in der Gruppe. Hat uns echt nicht umgebracht. 😉 Im Gegenteil. Wir reden heute noch über den nervigen Ali (der im Dschungel durch sein Geschreie, die sensiblen Tiere verscheucht hat) und dem streitsüchtigen Wolfgang, der über alles mit seiner Frau diskutieren musste. Aber auch über die herzlichen Niederländer mit denen wir den höchsten Berg des Dschungels bezwungen haben.

    Es war cool Guides zu haben, die uns die Wunder ihres Landes zeigten. (Ganz ehrlich: 80% der Tiere hätte ich sonst niemals entdeckt).

    Wir haben bei unserer über Agentur gebuchten Reise selbstverständlich drauf bezahlt, aber hatten einen tollen Partner an der Seite, der sich tatsächlich auch um uns kümmern musste, weil mal ein Fahrer nicht auftauchte und mal ein Hurricane unsere Pläne vereitelt hat.

    Ganz klar: Wem Gruppenreisen nicht passen, soll sie nicht buchen.

    Wir haben unsere perfekte Agentur gefunden: Reisebausteine selbst zusammensetzen, individual reisen, ab und an mal n Guide haben, ab und an mal mit ner Gruppe unterwegs sein. 100% Service. 100% Urlaub ohne lästiges Gedankenmachen.

    Werden wir auch weiter so machen. Nur in Europa sind wir alleine unterwegs. Aber da haben auch wir dieses Gefühl: „mit dem Unterschied, dass ich das System besser durchschauen und mich verständigen kann und allgemein das Gefühl habe, leichter wieder „da raus“ zu kommen.“

    Ich wünsche dir noch viele weitere schöne Reisen, egal ob in Gruppe oder alleine!

    Ganz liebe Grüße von „nebenan“. 🙂

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    • Danke dir für deinen Kommentar.
      Ja, so Bausätze würden mich auch reizen. Ursprünglich war so etwas semi-organisiertes für Kuba geplant, nur dass die Mitfahrt einer Freundin dann eben geplatzt ist und ich alleine dann doch lieber wieder Leute um mich habe.
      Wo bucht ihr denn da, wenn ich fragen darf? Ich war ja bisher bei Studiosus – für Kuba hab ich mir auch Marco Polo angeschaut, aber die Studiosus-Reise hat mir vom Programm doch eher wieder zugesagt.
      Meine neueste Entdeckung ist Kia Ora-Reisen, die ich mal austesten möchte.

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    • Ach das ist ja schade mit deiner Freundin. Verstehe dass du dann auch gern andere Leute um dich herum hast.
      Wir buchen organisierte Reisen immer über erlebe-fernreisen.de. Die teilen sich dann auf in Erlebe Kuba, Erlebe Namibia, Erlebe Costa Rica etc.
      Von Studiosus habe ich auch schon was gehört. Mit denen waren deine Erlebnisse also gut? Super. Dann gucken wir uns die auch mal an.
      Kia Ora Reisen? Google ich gleich mal.

      Wann gehts eigentlich los nach Kuba?

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    • Ja, von Studiosus war ich sehr begeistert. V.a. die me&more-Sparte für Alleinreisende – sehr junge, aufgeschlossene Gruppe, wirklich SEHR viel Freizeit. Hat mir gut gefallen.
      Erlebe-fernreisen werd ich mal auschecken 🙂 Danke

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  4. Jaaaa! Hallo, hier! Ich bin ja auch bekennende Gern-Alleinreisende, gerade wenn es um Wandertouren geht. Natürlich fahre ich auch supergerne zu zweit mit dem Mann irgendwohin. Ein Gruppenreisefan bin ich geworden, seitdem ich eine Fotoreise nach Chile und Bolivien gewonnen habe – die war einfach total großartig und ich habe so unfassbar viel mehr Input gehabt als ich gehabt hätte, wenn ich alleine durch diese Länder gereist wäre. Gerade Bolivien ist kein ganz einfaches Land. Als Individualtourist rafft man aber gar nicht, wo es hapert, warum die Leute so sind wie sie sind und was die Schwierigkeiten sind. Außerdem interpretiert der Kopf ja gerne mal etwas falsch aus Unkenntnis. Da war unser Guide ganz toll, konnte vieles sehr eingängig erklären, das war genial.
    Außerdem war der Gegensatz zu meiner Allein-Weiterreise krass: Während wir auf der Gruppenreise den Fahrer bitten konnte zu halten, um ein Foto zu machen, oder eben auf einzelne Wünsche eingegangen werden konnte, saß ich dann später im Bus des öffentlichen Verkehrsnetzes und alle interessanten Sachen flogen an mir vorbei und wären nur mit richtig viel Geld und Privatfahrer erreichbar gewesen.

    Seitdem würde ich – bis auf erwähnte Wanderreisen – fast lieber Gruppenreisen unternehmen, die ich persönlich „individualisierte Gruppenreise“ nennen würde. Ich vermute, das ist in etwa sowas, was Du meinst. Was mich zurückhält ist da meistens das Geld, denn natürlich ist es individuell teurer.

    Ein klasse Artikel, ich kann Dir also echt nur zustimmen!

    LG /inka

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    • Hallo Inka,
      vielen Dank für deinen tollen Kommentar! Darf ich neugierig fragen, mit wem du in Bolivien und Chile warst?
      Ich kann viel von dem nachvollziehen, was du schreibst – bei einer Organisierten Reise ist es oft leichter von A nach B zu kommen, wenn man nicht selber fahren will, als wenn man auf den – häufig unzureichenden – öffentlichen Nah- und Fernverkehr angewiesen ist.

      LG, Ilona

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  5. Liebe Ilona,
    tolles Thema, toller Artikel, Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen und vielleicht mal eine Bresche für Gruppenreisen geschlagen, die leider immer noch als minderwertiger angesehen werden. Mir geht dieses „ich bin der bessere Tourist, weil individuell“ doch mächtig auf den Keks. Wir sind früher nur mit Rucksack und individuell gereist und wie Du schon schreibst, wir haben die gleichen Leute an den gleichen Plätzen getroffen. Jetzt reise ich immer in Gesellschaft meiner Familie, aber für ganz exotische Ziele könnte ich mir eine Gruppenreise gut vorstellen. Die Sicherheit hat für mich da höchste Priorität. Ich wünsche Dir noch viele spannende Reisen und Begegnungen. LG, Ines

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    • Liebe Ines,
      Danke für deinen Kommentar.
      Ja, wenn ich Reisepartner hätte, würde ich sicher weniger Gruppenreisen buchen – aber ich bin einfach gerne in Gesellschaft. ZU gerne, um länger auf sie zu verzichten. Und bisher fand ich alle meine Gruppenreisen immer sehr angenehm und erlebnisreich.

      Liebe Grüße,
      Ilona

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  6. Interessanter Beitrag. Ich kann verstehen, dass du als Single lieber in einer Gruppe reist als allein. Aber ganz ehrlich: Ich würde – so wie früher, als ich noch keinen Reisepartner hatte – immer noch allein reisen. Und das vor allem aus zwei Gründen: 1. Schlechte Gesellschaft kann mir so richtig den Urlaub versauen. Und erfahrungsgemäß ist in einer Gruppe immer irgendein Gruppendepp dabei. Ich weiß, ich bin da ziemlich intolerant, was nervige Leute angeht. 2. Auf einer Gruppenreise kann ich nicht selber entscheiden, wie lange ich irgendwo bleiben will. Wie oft ist es mir schon passiert, dass ich irgendwo länger bleiben wollte als geplant (und dann auch einfach geblieben bin) oder dass ich früher weitergereist bin, weil ich es wider Erwarten doof fand. Diese Flexibilität habe ich bei Gruppenreisen nicht. Daher lautet die Devise bei mir: Vor Ort Touren buchen (und damit für eins, zwei, drei Tage mit einer Gruppe zusammen sein) ist okay – eine komplette Reise mit einer Gruppe zu verbringen: auf keinen Fall.

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    • Hallo Sabine,

      danke für deinen ausführlichen Kommentar. Ja, ich kann die Gründe gut nachvollziehen – wie gesagt, finde ich ja auch, dass die Mitreisenden durchaus der „Haken“ an der Sache sein können. Genauso wie sie gleichzeitig für mich der Grund sind, warum ich gerne in der Gruppenreise. Ich geh den Gruppenidioten einfach aus dem Weg – und in den meisten Fällen klappt das auch ganz gut.

      Die Spontanität konnte ich leider auch bei individuellen Reisen selten wirklich ausleben, denn auch wenn ich eigentlich IMMER gerne länger geblieben wäre, dann ging das doch meist nicht, weil mein Urlaub einfach leider irgendwann zu Ende geht 😦 Und bisher hätte ich noch fast überall gerne noch ein paar Tage mehr verbracht

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  7. Ich kann mich mit vielem identifizieren – ich reise auch lieber alleine, als etwas nich zu besuchen oder mich mit Leuten abzusprechen, die einen anderen Biorhythmus haben. Allerdings bin ich kein Gruppenfan – aber du machst Mut 🙂 Es ist mir auch Reisen wichtig, mich treiben lassen zu können 🙂

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    • ach, mit dem Treibenlassen hatte ich nie probleme – das ging noch bei jeder Gruppenreise sehr gut. Man muss halt einfach nur schauen, welche Reise man bucht und genau das Programm studieren. Dann hat man auch genug Freizeit und kann sich treiben lassen. Ohne gehts bei mir auch nicht. Das würd ich nicht aushalten

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  8. Sehr guter Kommentar! Wir buchen erst seit kurzem Gruppenreisen, wobei das Baukastensytem mit Freizeit in Peru das beste Arrangement war. In China hatten wir bei nur 8 Leuten leider eine Nervsaege dabei. „Ich finde hier nichts zu essen! – Ich hab keine Lust zu warten! – Mach bloss keine Schramme auf meinen Koffer! – Mit gereizter Stimme: Wo treffen wir uns? (genau 1 Minute nachdem die Reisefuehrerin es erklaert hat.) Mein Mann und ich sind eher introvertiert und brauchen keine Gruppe, aber die Organisation und Erklaerungen der Fuehrer sind immer sehr hilfreich.

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    • Hallo Ingrid,
      Vielen Dank für deinen Kommentar.
      Ja, gerade bei so kleinen Gruppen kann eine Person einen da besonders nerven :-/ Die Gefahr besteht leider wirklich.
      Bei meinen Reisen waren auch immer mal Leute dabei, wo man mit den Augen rollte und erst mal tief durchatmete. Aber tatsächlich wirkten die dann doch eher positiv auf die Gruppendynamik, weil sie nämlich andere auch nervten *g*

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  12. Hi,
    sehr schoen beschrieben. Wo buchst du denn? Bzw. wo schaust du nach? In Australien habe ich das ab und zu gemacht. Fand ich sehr praktisch. Gerade, wenn man alleine ist und nicht immer Lust hat die ganze Zeit alleine zu reisen. Kann auch sehr langweilig sein.
    Viele Gruesse, Verena

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    • Hallo Verena,
      Ich war bisher mit Studiosus unterwegs, Marokko und Usbekistan waren ganz großartige Studienreisen, Kuba war ein bisschen chaotischer, aber das lag nicht ganz in der Schuld des Veranstalters.
      Die nächste Tour mache ich mal mit Schulz Aktiv-Reisen. Ansonsten höre ich mich einfach um, was andere so empfehlen und schau mir die Angebote dann mal an 🙂

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  13. Ein wirklich ganz toller Beitrag der mir aus der Seele spricht. Natürlich ist das Alleinreisen besser als nicht zu reisen, aber der Boom, der da ausgebrochen ist, ist letztendlich auch nur ein Trend, dem wir nacheifern. Schön dass sich so langsam kritische Stimmen erheben… 😊

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    • Ich danke dir für deinen Kommentar.
      Wie gesagt: Ich verstehe, wenn Menschen sagen, sie möchten lieber alleine reisen – denn die Vorteile sind ja nicht von der Hand zu weisen.
      Aber ich habe schon häufiger von Leuten gehört, die gerne hier oder dorthin reisen würden, aber alleine nicht wollen oder sich alleine nicht trauen. Denen möchte ich damit auch etwas Mut machen, eine Gruppenreise in Erwägung zu ziehen, bevor man sich seinen Wunsch nicht erfüllt, weil man immer nur Schlechtes über solche Reisen gelesen hat.
      Und wie ich woanders mal schrieb: Erfahrungsgemäß sehen Individualreisende oft eh dieselben Sachen, die ich auch mit der Gruppe gesehen habe. Sie reisen einfach nur lieber alleine, ich reise lieber mit Gesellschaft 😉

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