10 Dinge, die man in Florenz gesehen haben muss – Teil 1

Es gibt wohl in jeder Stadt ein paar Sehenswürdigkeiten, an denen man einfach nicht vorbeikommt, die man gesehen haben muss, um hinterher mit Fug und Recht sagen zu können, dass man dort war.

Das Gute an Florenz ist, dass diese Sehenswürdigkeiten allesamt bequem zu erlaufen sind.
Das Problem: Sie alleine genügen wahrscheinlich schon, um das Stendhal-Syndrom hervorzurufen.
Aber es hilft nichts – Florenz ist voll von kulturellen Highlights und in diesem Artikel stelle ich euch die Wichtigsten vor, die ihr auf keinen Fall verpassen solltet.

Weiterlesen:
Wer sich lieber abseits der Touristenströme bewegt, der findet dazu hier viele Tipps.
Ganz persönliche Tipps für Restaurants und Hotels findet ihr in meinem Artikel „Essen, Trinken und Wohnen In Florenz


florenz-Ansicht

Ich hatte die Wahl, euch alle 10 Highlights in einem Artikel zu präsentieren und entweder möglichst wenig dazu zu schreiben oder euch mit viel Text auf einmal zu überfallen.
Oder aber, ich schreibe mehr zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten und teile dafür den Artikel. Ich habe mich für die letzte Version entschieden. Hier folgen also die ersten 5 Dinge, die ihr in Florenz gesehen haben solltet. Teil 2 findet ihr hier.

1) Piazza del Duomo

Blick vom CampanileSchon von weitem erblickt der Reisende die Domkuppel von Florenz. Es gibt nicht allzuviele Städte, deren Bild derartig von einem einzelnen Bauwerk beherrscht wird. (…) Ganz im mittelalterlichen Sinn liegt und lebt Florenz im Schatten seiner Kathedrale oder, genau gesagt, ihrer Kuppel.  (E. Peterich, S. 468)

da, dort hinter den Touristen - das ist die Porta del Paradiso

da, dort hinter den Touristen – das ist die Porta del Paradiso

Ganz genau so ist es: An der Piazza del Duomo, dem Domplatz, kommt absolut kein Florenzbesucher vorbei, denn sie ist das Herzstück der Stadt. Genauer gesagt ist es eben der Duomo selbst, Santa Maria del Fiore, mit seiner gigantischen Kuppel von Brunelleschi. Obwohl im ausgehenden 13. Jahrhundert begonnen, erhielt die viertgrößte Kirche Europas ihr heutiges Aussehen erst im 19. Jahrhundert, als auch die Fassade angefügt wurde.
Wer frei von Höhen- und Platzangst ist (und zwar nur der!), kann die Laterne der 114m hohen Kuppel besteigen. Alle anderen müssen mit der Besteigung von Giottos Campanile Vorlieb nehmen. Der ist zwar bloß rund 85m hoch, bietet aber dennoch einen tollen Ausblick.
Die Taufkapelle, das Battistero San Giovanni, lockt innen mit einem herrlichen Deckenmosaik. Seine Hauptsehenswürdigkeit ist aber – grazie a Dio! – auch von außen zu betrachten: Die Paradiespforte, die Lorenzo Ghiberti in 28jähriger Arbeit schuf. Das Original findet sich heute im Museo dell‘ Opera del Duomo.

2) Piazza della Signoria

Der belebten Via Calzaiuoli nach Süden folgend kommt man auch schon zum nächsten Gebäudeensemble, das bei keinem Florenzbesuch fehlen darf: Der Piazza della Signoria mit dem Palazzo Vecchio, der Loggia dei Lanzi und gleich daran anschließend die Uffizien.

Signoria

Blick auf den Palazzo Vecchio und einen Teil der Loggia dei Lanzi (rechts)

Peterich bezeichnet die Piazza della Signoria (also den Platz der „Herrschaft“, der Stadtregierung) als „Museum der florentinischen Bildhauerei“ – und tatsächlich gibt es hier unglaublich viel zu sehen.
Da wäre zuerst einmal der Palazzo Vecchio – heute Sitz der Kommunalverwaltung und Museum – der seinen Namen („alter Palast“)  erhielt, als die Medici in den Palazzo Pitti auf der anderen Arnoseite umzogen. Beide – Palazzo Pitti und Palazzo Vecchio – sind bis heute durch den Corridoio Vasariano verbunden, einen Gang, der über Uffizien und Ponte Vecchio hinweg es den Herrschenden ermöglichte, ungestört von einem Palazzo in den anderen zu gelangen.
Vor dem Palazzo befindet sich auch eine Kopie des weltberühmten David von Michelangelo.

Auf der Südseite der Piazza liegt die Loggia dei Lanzi, eine offene Halle aus dem 14. Jahrhundert, die ihren Namen von den „Lanzichenecchi“, den deutschen Landsknechten Cosimos I. hat. Die Loggia dei Lanzi ist wahrlich so etwas wie ein Freilicht-Skulpturenmuseum und enthält einige schöne Werke von Cellini und Giambologna.

Es ist sehr verlockend, in einem der schönen Kaffeehäuser an der Piazza Pause zu machen: Der Kaffee ist allerdings nicht besser als anderswo – die Preise aber enorm.

 3) Die Uffizien

Die Galleria degli Uffizi schließt gleich an die Piazza della Signoria an. Und für gewöhnlich steht davor eine riesige Menschenschlange, die die größte Gemäldesammlung Italiens besuchen möchte.
Ursprünglich im 16. Jahrhundert erbaut, um alle Ministerien unter einem Dach unterzubringen („ufficio“ heißt nichts anderes als „Büro“), findet man hier heute genug namhafte Kunst, um locker einen ganzen Tag darin zu verbringen. Das berühmteste Kunstwerk ist dabei sicherlich Botticellis „Geburt der Venus“.
Von den Gallerie – den Gängen – in denen die Kunstsammlungen der Medici untergebracht worden waren, leitet sich übrigens der heutige Begriff „Galerie“ ab.

Uffizien

Wer keine Lust auf stundenlanges Anstehen hat, kann sich die Tickets – zu höheren Preisen versteht sich – online oder an der Kasse vorbestellen. Zum Vorbestellen kann man sich übrigens „vordrängeln“, indem man der Aufsicht am Eingang mitteilt, dass man nur Tickets vorbestellen möchte („prenotare i biglietti“). Am einfachsten und sichersten geht es natürlich gleich von zuhause aus. Dann geht man nur noch zur angegebenen Zeit hin, und kann sich das Anstehen damit sparen.
Geld sparen kann man auch, wenn man eine Karte „Amici degli Uffizi“ hat – die sich durchaus lohnen kann.
Achtung! Offensichtlich haben sich die Bedingungen der Amici degli Uffizi-Karte inzwischen geändert und sie beinhaltet nicht mehr den Gratisbesuch so vieler Museen wie zuvor.
Ob sich die Karte für euch trotzdem lohnt, müsst ihr selbst nachlesen!
Unter 18jährige haben übrigens freien Eintritt. Wer EU-Bürger ist und unter 25 erhält reduzierte Tickets. Am ersten Sonntag des Monats erhalten alle Besucher freien Eintritt. In diesen drei Fällen heißt es aber: Anstehen.

 Mein Tipp:

Manchmal gibt es gegenüber des Einganges kostenlose, aber von den Touristenmassen wenig beachtete Ausstellungen. Ich habe hier schon gratis eine tolle Ausstellung mit Zeichnungen von Michelangelo gesehen. Normalerweise sind diese Zeichnungen aus konservatorischen Gründen nur Fachleuten zugänglich, aber das Gabinetto dei Disegni e delle Stampe zeigt immer wieder auch andere Ausstellungen. Einfach mal schauen und probieren.

Lesertipp:
Mein Tipp für die Uffizien: Am ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt frei. Sogar auch in der Wechselausstellung. Wir haben am Nachmittag weniger als 5 Minuten gewartet! Man sollte aber nicht zu spät kommen, denn um 18:45 Uhr wird das Museum geschlossen.

4 ) Santa Croce

Santa Croce

Blick auf Santa Croce – vom Campanile des Duomo

Bevor es nun über den Ponte Vecchio auf die andere Seite des Arno geht, empfiehlt es sich, noch einen Abstecher nach Osten zu machen, zur Piazza Santa Croce mit der gleichnamigen Kirche. Santa Croce hat die für einen Bettelorden etwas unrühmliche Ehre, die größte Franziskanerkirche der Welt zu sein. Größer noch als eine andere Bettelordenskirche in Florenz – Santa Maria Novella, die Kirche des Dominikanerordens, mit dem die Franziskaner diesbezüglich regelrecht konkurrierten.

Wer nicht zahlen möchte, kann den Besuch einer Messe in Erwägung ziehen. Natürlich hat man dabei nicht die Möglichkeit, die zahlreichen Kunstwerke der Kirche ausgiebig zu betrachten, aber immerhin kann man den Eindruck und die Atmosphäre in Ruhe und ohne andere Touristen genießen. Wenn man zudem noch des Italienischen mächtig ist, kommt man möglicherweise auch in den Genuss einer etwas wunderlichen Predigt (ich wusste bis dahin jedenfalls noch nicht, dass das „Heidentum“ die MTV Music Awards organisiert!).
Sehenswert ist die Kirche allemal – und bei meinem nächsten Besuch werde ich mir wohl auch das Eintrittsgeld leisten, um in Ruhe die Grabmale von Michelangelo, Galilei und Rossini betrachten zu können – und um der Pazzi-Kapelle einen Besuch abzustatten.

Vor der Kirche steht ein Denkmal für Dante und er blickt ziemlich zornig auf seine Heimatstadt, aus der er 1302 verbannt wurde.

5) Ponte Vecchio

Blick auf den Ponte Vecchio und den Corridoio Vasariano

Blick aus den Uffizien auf den Ponte Vecchio und den Corridoio Vasariano

Auch der Ponte Vecchio – die alte Brücke – gehört zu den Punkten in Florenz, die man gar nicht verpassen könnte, selbst wenn man nicht danach sucht. Irgendwie landet man immer und ganz automatisch auf dieser ältesten Brücke von Florenz.
Die erste Steinbrücke an dieser Stelle stammt bereits aus dem Jahr 1080, seit dem 13. Jahrhundert sind Läden auf der Brücke nachgewiesen, die – auf beiden Seiten pittoresk über die eigentliche Brücke hinausragend – heute in erster Linie Juweliere enthalten.

Auf der östlichen Seite zieht sich der bereits genannte Corridoio Vasariano über den Geschäften hin.
Zudem fand man auf dem Ponte Vecchio bereits Liebesschlösser, bevor sich dieser Brauch auf unsägliche Weise in alle Welt verbreitet hatte und man Liebesschlösser an jeder Provinzbrücke anzubringen pflegte. Die Florentiner sehen die Schlösser allerdings nicht gerne und die Polizei hat ein wachsames Auge auf verdächtige Liebespaare. Romantik kann hier teuer werden.
Unachtsamkeit übrigens auch: Aufgrund des Gedränges ist der Ponte Vecchio ein beliebter Arbeitsplatz für Taschendiebe.

Teil 2 findet ihr hier!

Lesetipp:
Daniela von Sinne und Reisen erzählt euch, wie ein gelungener Tagesausflug nach Florenz aussehen kann. Besonders legt sie dabei einen Fokus auf Hochsensible Persönlichkeiten, denn die Menschenmengen, die sich in Florenz an den Hauptpunkten ballen, können schnell zu einer Reizüberflutung führen.

Reiseführer-Empfehlung:*

florenz_chianti_219Michael Müller:
Reiseführer
Florenz & Chianti – Siena, San Gimignano
Michael Müller Verlag, 252 Seiten, farbig
ISBN 978-3-95654-346-3
1. Auflage 2016


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17 Gedanken zu “10 Dinge, die man in Florenz gesehen haben muss – Teil 1

  1. Liebe Ilona,

    das ist wirklich ein sehr gelungener Blog. Die Fotos sind toll, du hast einen richtig guten Schreibstil.

    Deine Florenz-Serie gefällt mir besonders, weil ich die Stadt sehr mag und sie auch ganz gut kenne. Der Dom, die Uffizien (hier habe ich endlos lange für ein Ticket angestanden), Davide etc. rufen schöne Erinnerungen wach. Ich glaube, ich muss einfach nochmal hinfahren.:)

    Liebe Grüße

    Rosa (Blogboard)

    Gefällt 1 Person

    • Vielen lieben Dank, Rosa 🙂 Das freut mich, wenn Dir mein Blog so gut gefällt 🙂
      (deinem folge ich übrigens auch bereits… )

      Übrigens: Ich muss auch dringend wieder hinfahren. Ist schon viel zu lange her und das Schreiben hat viele Erinnerungen wieder wachgerufen 🙂

      Gefällt mir

  2. Florenz kann ganz schön anstrengend sein. Beim nächsten Mal nehme ich mir auf jeden Fall mehr Zeit, um mich einfach nur treiben zu lassen. Die Hauptsehenswürdigkeiten hab ich ja nun abgehakt. 😉

    Lieben Dank für die Verlinkung. 🙂

    LG Daniela

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